Damora „Ritual“

Pavel Sartre – Пир нордов… auch bei diesem Projekt findet man bis auf diese Namen keine brauchbaren Infos über Bandmitglieder und Hintergründe. Im Grunde kann man darüber nun genau das gleiche schreiben, wie zu allen ähnlichen Projekten auch. Für den Ritual-Floor einer Dark Party ist das wunderbar. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wir uns daran schneller gewöhnen werden, als uns lieb sein kann.

DropGhost „Halo Rot“

Hier kommen wir langsam in die Bauchschmerzen bereitende „neue Zeit“, in der man nicht so genau weiß, ob man es noch mit der Arbeit von Menschen zu tun hat. Über DropGhost ist bis dato nicht viel bekannt. Das Projekt veröffentlicht seit Mitte 2025 Musik und Videos. Die Frage, ob und, wenn ja, wieviel Mensch da noch dahintersteht, stellt sich mir eigentlich nicht. Die Grenze zwischen menschgemachter Musik und der New-No-New-Age-Advanced-Ambient-Motor-Music-Machine ist fließend. Wussten damals schon die Neubauten. Mittlerweile schießen solche Projekte wie Pilze aus der digitalen Welt und verbreiten, neben jeder Menge Electrosmog, auch echt verblüffend gute Sachen, die noch vor ein paar Jahren als Sensation abgefeiert worden wären.

Janus „Der lange Weg zurück“ und „Graue Seelen“ und alles andere.

Ja, auch ich bin Fan im wörtlichen Sinne (das Wort kommt „fanatisch“). Derartiges irrationales Verhalten konzentriert sich bei mir aber auf Tool und alle Keenan-Projekte, auf Omnia, auf außergewöhnliche, vermehrt tote Sanges-und Saitenkünstler und Verrückte, die hier jetzt nicht hergehören – und … auf Janus.

Ich liebe diese Band und ihre Kompromisslosigkeit. Ihre Alben begleiteten mich und meine Sets mehr, als manchen Gästen lieb war. Und das seit 1998, als das erste Album „Vater“ („Schwarzer Witwer“, „Isaak“, „Knochenhaus“) erschienen war. Es folgten „Schlafende Hunde“ („Hotel Eden“, Unter dem Eis“) sowie „Auferstehung“ („Paulas Spiel“, „Scherbengesicht“) und diverse EPs. Danach wurde es ruhiger um Janus – und auch ich begann ein neues Leben. Doch ihre akribischen, ausufernden Konzepte, das einzigartige, bildgewaltige, triggerwarnungadabsurdumführende Textwerk und die allzeit allgegenwärtige Sabotage sämtlicher Genregrenzen haben mich immer abgeholt, mitgenommen und geprägt. Auch jetzt, da wir alt sind. Und ich JANUS gerade neu für mich entdecke.

Heldom & Danheim „Untergang“

Heldom ist ein dänisches Dark Viking/Folk-Musik-Projekt von Janus Pedersen aus Kopenhagen. Traditionelle nordische Instrumente verschmelzen mit elektronischer Musik zu einer dunklen, atmosphärischen und shamanischen Klangwelt, inspiriert von der nordischen Mythologie und der Wikingerzeit. Das erste Album Myrkr erschien im Januar 2020, gefolgt von Vaknan im Jahr 2021. Die offizielle Website von Heldom ist https://heldommusic.com/.

Danheim ist ein schwedischer Musiker, bekannt für seine düstere, atmosphärische Viking-Folk-Musik, die oft nordische Mythologie, Krieg und das Leben der Wikinger thematisiert. Er verwendet traditionelle Instrumente wie das Tagelharpa, Rauschpfeife und verschiedene Trommeln, kombiniert mit modernen elektronischen Elementen. Die Musik von Danheim wird oft in Filmen, Videospielen und historischen Dokumentationen verwendet, insbesondere solche, die sich mit Wikingerkultur beschäftigen. Er veröffentlicht überwiegend digital auf Plattformen wie Spotify und YouTube, wo er eine große internationale Fangemeinde hat.

Ren X Chinchilla „Chalk Outlines“

Ein Hype, der mich mitgenommen hat (in jeder Hinsicht), war der um den britischen (Straßen)-Musiker und Rapper REN. Sein Video „Hi, Ren“ hat mittlerweile 57 Millionen Views.

REN ist ein Musiker, der so in gar keine Schublade passt, der viel zu sagen hat, auch über seine Erkrankung und die jahrelangen Therapien, die seine Karriere überschatteten, wenn es in diesen Tagen sowas wie eine Karriere überhaupt noch gibt. Seine Live-Mashups sind grandios (WarPigs!), und seine Rap Skills kommen locker an die von Eminem in seinen besten Tagen heran (auch wenn mich jetzt bestimmt ein paar Leute steinigen würden, die sich da besser auskennen 🙂

„Chalk Outlines“ bezieht sich auf das Gefühl, das Menschen von einem Medikament wie Sertralin bekommen. Eigentlich sollte es ihnen mental besser gehen, tatsächlich fühlt man sich aber wie ein Zombie.

Wir werden Kreideumrisse, wenn wir unsere Medikamente nehmen. Wenn sie dann wirken, werden sie schleichend, Stück für Stück, zu einer „neuen Gewohnheit“. Wir haben ein falsches „großes Lächeln“, aber darunter sind wir immer noch depressiv.

Ich habe gerade privilegierte Künstler schon sehr viel Mist über Depressionen labern hören und denke, dass sich in diesem Song sehr viele Menschen wiederfinden werden, ob sie nun Pillen nehmen (müssen) oder nicht.

Eihwar „Völva´s Chant“

Bislang schieden sich noch an jedem Crossover die Geister. Wer ganz früher Clawfinger hörte, wurde schonmal von „richtigen“ Metallern durchbeleidigt. Mittelalter und Metal war in dem selben Früher auch ein Sakrileg. Und elektrische Instrumente gingen mit Folk und Medieval auf der ganzen Welt bestimmt 2000 Jahre überhaupt nicht zusammen. Aber diese Webseite ist ja der Nachlass einer rituellen Zusammenkunft aus dem frühen dritten Jahrtausend …

Eihwar ist ein französisches Duo. Es nennt die Musikrichtung, die sie erfunden hat „Viking War Trance“. Die Band besteht aus Asrunn, die für Gesang und traditionelle Perkussion verantwortlich ist, sowie Mark, der für Gesang, Schlagzeug-Pads und Samples sorgt. Eihwars musikalisches Konzept verbindet heidnische Kriegslieder, dröhnende Trommeln, traditionelle nordische Klänge, schamanische Gesänge und kraftvolle Elektronik. Das klingt erstmal nicht neu … bis man sich das Debütalbum zu Gemüte führt … Das ist zwar ziemlich durchdacht und durchgestyled. Aber irgendwie auch unwiderstehlich. „Viking War Trance“ erschien 2024 und katapultierte Eihwar auf die großen Festivalbühnen. Warum, erschließt sich mir persönlich nicht, weil das Bühnengeschehen dann doch eher limitiert auf Singen und springen zu Musik aus dem Off ist, aber die Songs sind gut und wären mit Sicherheit Dauergäste in meiner Playlist.

Rome „Anderswo“

Jerome Reuter feiert sein 20jähriges Bühnenjubilat. In dieser Zeit hat er auch mindestens 20 Alben veröffentlicht. Seit der Gründung des Projektes ROME 2005 waren seine Songs Bestandteil meiner Playlists. Vor allem Lieder aus den Alben „Flowers from Exile“ und „Masse Mensch Material“.

ROME war damals schon mehr als Neo Folk oder Dark Folk. Jerome Reuter vereint verschiedenste musikalische Einflüsse von Post-Punk bis Chanson. Er singt mehrsprachig, hat einen Hang zu Konzeptalben und zu anspruchsvollem Textwerk. Jetzt habe ich den Überblick über das Gesamtwerk längst verloren… von seinen jüngsten Alben habe ich mir nun „Gates Of Europe“, „The Dublin Files“ und „Terres de Sang“ zu Gemüte geführt.

Hin und weg … wie damals bei „To Die Among Strangers“…

Aktelle Tourdaten:

25.10.25 DE – Köln – Yard Club

26.10.25 DE – Frankfurt – Nachtleben

29.10.25 DE – München – Backstage

30.10.25 AT – Wien – Viper Room

01.11.25 DE – Dresden – Bunker

02.11.25 DE – Berlin – Frannz Club

03.11.25 DE – Hamburg – Nachtspeicher

https://www.romepage.org/

Bobby „Bass“ Waters and Vinny Marchi „I See Fire“ (The Hobbit)

Ed Sharen ist bestimmt der am inflationärsten gecoverte Musiker. Aber diese Version von „I See Fire“ hat mich umgehauen, insbesondere das Intro.

Bobby Bass Waters ist ein US-amerikanischer Basssänger aus Massachusetts, bekannt für seine beeindruckende Stimmweite, die von A0 bis E5 reicht. Er ist Mitglied mehrerer A-cappella-Gruppen. Vinny Marchi ist ein US-amerikanischer Sänger, Songwriter, Musikproduzent und Social-Media-Influencer, der ebenfalls durch seine Musikvideos auf TikTok, Instagram und YouTube bekannt wurde.

Sigurboði „Kyrrd“

Irgendwo zwischen Soundtracks und Sellout hat sich in den letzten Jahren meine Passion für skandinavische Musik, Nordic Folk oder auch „Viking Music“ immer mehr verfestigt. Dort, wo man so wunderbar erfrieren kann, ist die Welt noch in Ordnung. Neben Wardruna, Heilung oder Danheim gibt es eine ganze Reihe illustrer Namen, welche die meisten Menschen noch nie gehört haben. Eigentlich ist das auch gut so.

Sigurboði Grétarsson ist ein isländischer Musiker, Tattoo Artist und Künstler. Musik hat er auch mit diversen Bands (Vévaki, Ursprung, Danheim) und unter Pseudonymen (Niðafjöll) veröffentlicht und trat als Komponist und Stuntman, bei dem Film „Valhalla: The Legend of Thor“ (2019) in Erscheinung.

https://www.instagram.com/sigurbodi/

https://www.northernfiredesigns.com/blogs/northern-fire-blog/sigurbodi-gretarsson

Alina Gingertail „Sleeping in the Cold Below“

„Sleeping in the Cold Below“ ist ein Shanty, das im Computerspiel „Warframe“ vorkommt. Das Lied wird von dem Charakter Vala Glarios gesungen, während sie davon träumt, wie ihre verstorbenen Crewmitglieder mit ihr singen, und ist auf dem „Warframe II“ Soundtrack enthalten.

Die russische YouTuberin und Musikerin Alina Gingertail hat diesen Song gecovert … wie zahlreiche andere Bands und Solokünstler. Wobei ihre Version die mit Abstand beste ist, wie ich finde. Sucht man nach dem Song bei YouTube, findet man schnell über 20 verschiedene solcher Interpretationen, allesamt nicht schlecht, aber eben auch nicht gut … Damit ist der Ohrwurm quasi schon tot, bevor er in Dein Ohr krabbeln kann.

Aber er hat mich zu eben dieser „One Girl Band“ geführt, die mit beeindruckenden Skills und hohem Aufwand eigenes und vor allem ein Cover nach dem anderen in diese überfütterte Welt pustet. Wir leben in seltsamen Zeiten!“, diagnostizierte schon vor Jahren Thomas Franz, einer meiner Lieblingsliedermacher 🙂

Ebenfalls wunderbar für den Göttertanz-Floor: „Studzianki“ und „My Mother Told Me