Astarte

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAstarte ist eine Göttin der semitischen Völker. Sie wurde als Liebesgöttin- und Fruchtbarkeitsgöttin vor allem in Syrien und als Liebes- und Kriegsgöttin in Ägypten verehrt. Ja, die alten Ägypter wussten, dass Liebe und Krieg manchmal ein und Dasselbe sein können 🙂 Historisch ist Astarte u.a. mit Isis, Aphrodite, der babylonischen Ischtar, der sumerischen Inanna oder mit Demeter zumindest „verwandt“, wenn nicht sogar als identisch anzusehen. Und sie ist einer der vielen Namen für die „Große Mutter“. Derlei Vergangenheitsforschung bleibt natürlich, egal wie wissenschaftlich man dabei vorgeht, immer auch ein Deuten und Dichten.

Aber feststehen dürfte, dass die antiken Kulturen alle ihre eigene Göttin oder ihren eigenen Namen für immer die gleiche hatten, dass Maria, Mutter Gottes nicht die erste, sondern eher die letzte ihrer Art war und dass die Trinität von Gottvater, Gottkind und Gottmutter ganz sicher keine Erfindung der Christenheit war.

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Equinox

Die Tag- und Nachtgleiche und das astronomische Zeitalter

EquinoktiumEquinox. Traditionell wird dieser Begriff für die Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr (Frühjahrsäquinoktium, Frühlingsanfang) und im Herbst (Herbstäquinoktium, Herbstanfang) verwendet. Licht und Dunkelheit halten sich genau an diesen Tagen die Waage. Danach werden im Frühjahr die „Tage“ und im Herbst die „Nächte“ wieder länger.

  • Zwischen 19. und 21. März läuft die Sonne durch den Frühlingspunkt und überschreitet auf ihrer scheinbaren jährlichen Bahn am Himmel (Ekliptik) den Himmelsäquator von Süden nach Norden. Danach befindet sie sich auf der nördlichen Himmelshälfte, das heißt die Nordhalbkugel der Erde ist der Sonne zugewandt.
  • Am 22. oder 23. September läuft die Sonne durch den Herbstpunkt und überschreitet den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Danach befindet sie sich auf der südlichen Himmelshälfte, das heißt die Südhalbkugel der Erde ist der Sonne zugewandt.

Diese klassischen Wendepunkte im Jahreslauf wurden und werden, wie auch die beiden Sonnenwenden, von allen Naturreligionen gefeiert.

Das Magische an einem Äquinoktikum ist der nicht faßbare Moment des vollkommenen Gleichgewichts – in einem Prozeß, einem Ablauf, ähnlich dem Augenblick, in dem ein Pendel den Scheitelpunkt erreicht, nicht mehr fällt und wieder zu steigen beginnt. Deshalb ist Equinox auch eine häufig gebrauchte Bezeichnung für die Wende der astrologischen Zeitalter geworden.

praezessionDie astronomischen Zeitalter entstehen durch die Wirkung der Gravitationskräfte von Sonne und Mond auf die Rotationsachse der Erde, die deshalb eine langsam drudelnde Bewegung beschreibt. In rund 2160 Jahren durchschreitet so der Punkt des Frühlingsequinox ein sogenanntes Tierkreiszeichen. Derzeit befinden wir uns zwischen den Tierkreiszeichen „Fische“ und „Wassermann“. Dem neu beginnenden „Zeitalter“ werden große Hoffnungen aber auch Ängste entgegengebracht. Die gesamte New Age Bewegung in der Esoterik basiert auf dem Glauben, jene Zeitalter bergen auch die Eigenschaften und Wirkungen, denen man den jeweiligen Tierkreiszeichen zuschreibt, was aber mehr als fragwürdig ist. Tierkreiszeichen an sich sind willkürlich festgelegte Figuren, die aus unserer Sicht irgendwelche Sterne bilden, die mitunter Lichtjahre voneinader entfernt und auch Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Fest steht allerdings, daß der Zyklus der Präzession der größte Zyklus ist, den man auf Erden beobachten kann. Die Zeit, indem die Rotationsachse der Erde so einmal um sich selbst „taumelt“, nennt man Platonisches Jahr. Es entspricht rund 25 700 Erdenjahren.

Aleister Crowley sprach in diesem Zusammenhang bereits 1904 von “Equinox of The Gods”. Der Okkultist erklärte die Götter des Alten Zeitalters (des Zeichens der Fische) für tot und die ägyptischen Götter Nuit, Hadit und Ra-Hoor-Kuit zu Herrschern des Neuen Äons. Zu diesem Thema gab Crowley auch die Werkreihe “The Equinox” heraus. Die Frage aller Fragen ist diesbezüglich immer WANN denn nun zum Geier, dieses Wassermannzeitalter beginnt oder begonnen hat. Darauf gibt es mehrere Antworten. Ich möchte hiermit zwei geben, eine astonomische und eine astrologische:

  • 1. Wenn man die Tierkreiszeichen als willkürliche Figuren einfach ignoriert und den Nachthimmel vernünftigerweise in zwölf gleiche Sektoren einteilt, die je 30 Grad haben (also gewissermaßen die Torte gerecht aufschneidet oder jedem Tierkreiszeichen einen gleichgroßen Platz am Himmel zuordnet), so begann das Zeitalter der Fische im Jahre 50  nach Christus. In den Sektor des Wassermannes fällt das Frühjahrsequinoktikum dann ab dem Jahr 2200 nach Christus…
  • 2. Nun richten sich Tierkreiszeichen aber nicht geomentrisch an unseren Sektoren aus. Zwischen einigen ist mehr Platz, als zwischen den anderen und sie sind unterschiedliche groß. So ist der Sektor des Sternbilds Fische eben  größer als 30 Grad und der des Wassermannes kleiner… Daher sind die Zeitalter, die sich nach dem Eintritt in die Sternzeichen richten, auch unterschiedlich groß. Berücksichtigt man also diese unterschiedliche Größe der Sternzeichen, dann begann das der Fische bereits 70 Jahre vor Christus und das des Wassermanns begänne erste 2600 nach Christus. Herr Crowley war also ein bisschen zu früh dran. Grundsätzlich basiert aber jede Zeitrechnung auf mindestens einem willkürlich gesetzten Zeitpunkt und sollte deshalb immer ein Modell zur Orientierung bleiben und keinesfalls zur Wahrheit erhoben werden, Grund für irgendwelche Hysterien sein oder gar zu unüberlegten Handlungen führen.

In unserer dualen Welt symbolisert „Equinox“ eben jenem nichtfaßbaren zeitlichen Punkt, den Augenblick, der die Ewigkeit des Einklangs verbirgt. Die Tag- und Nachtgleichen sind astronomische Metaphern für die Auflösung der Gegensätze, die unser Leiden mitbestimmen, die uns Standpunkte und Meinungen zementieren und so Perspektiven zerstören. Sie sind uns Erinnerung, daß Licht und Schatten einander brauchen, sich Gegensätze einander bedingen und sich in ihren Extremen gleichen.

Vielleicht sollten wir „Equinox“ einfach feiern, indem wir in jener Nacht einen kurzen Augenblick das typisch menschliche Schwarz-Weiß-Denken hinter uns lassen. Vielleicht spürt ja manch einer die Ganzheit der Dinge und Nichtdinge- und sei es auch nur für einen kurzen Moment.

ToM 2005 / 2012

Quellen:

Magna Mater – Die große Mutter

Statue in Prag - Von Frau Schwarz und Herrn WeißMagna Mater ist die „große Mutter”, die Göttin der Fruchtbarkeit, des Wohlstands, der Gesundheit und der Berge.

Sie ist mit Kybele identisch und wurde 204 v. Chr in Rom eingeführt. Die Göttin spendet Leben und Fruchtbarkeit, als Herrin der Natur lässt sie alljährlich die Natur absterben und im Frühjahr zu neuem Leben erwachen.
Als Urmutter besteht diese Göttin bereits vor aller Schöpfung und gebiert Himmel und Erde. In der Umarmung mit der Himmelsgottheit, dem Gehörnten Gott, feiert die Erde Heilige Hochzeit und wird Mutter allen irdische Lebens. Die Mutter Erde ist in dieser Vorstellung die Große Göttin, die sich mit dem Himmelskönig vermählt.

Die Große Göttin findet sich in vielen, wenn nicht sogar in  allen Religionen und wurde unter zahllosen Namen verehrt. Viele sind auch als urzeitliche Heldinnen und Mütter früher Stämme bekannt. Mit Magna Mater werden sämtliche Muttergottheiten bezeichnet, deren Spuren bis in die Steinzeit zurück zu verfolgen sind.
Beispiele sind die sumerische Nammu, die babylonisch-assyrische Ischtar, die ägyptische Aset, die westsemitische Astarte, die Marimba der Bantu, die germanischen Nerthus und Frigg, die griechischen Hera und Gaia, die Isis, die römische Große Göttin Terra Magna, Ceres, Juno und Diana.

Die Hebräer kannten Lilith. Und im Christentum übernahm diese Rolle Maria, die Mutter Gottes. Maria war in den Zeiten der Christianisierung für die vereinnahmten Religionen häufig der „Ersatz“ für die Große Mutter und viele Menschen bete(te)n inoffiziell die Maria als Große Göttin an. Klar, dass das der Kirche nicht passte, die ja bis heute am liebsten wieder die Zellteilung einführen würde.

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Die Walpurgisnacht

Der Monat Mai erhielt seinen Namen nach der Urfrau Maia (später Maria), die uns vom dunklen, besinnlichen Winter in die neuerwachende Phase des Frühlings geleitet und uns frische Lebensenergie bringt.Wie fast alle unsere Ahninnen, symbolisiert auch die Maia die Weisheit der sinnlichen Liebe, den Zyklus des Lebens, der sich im Mai in der ganzen Natur als Fröhlichkeit zeigt.

Helleres Licht, die ersten warmen Tage und lauen Nächte, leuchtendes Maiengrün, das Blühen der Obstbäume bringen Pflanzen, Tiere und Menschen in Aufbruchstimmung. Der Überschwang will gefeiert werden. Bis ins 16. Jahrhundert hinein war der Mai im ganzen ländlichen Europa ein „Honey-Moon“ der sexuellen Freiheiten. Vorhandene Ehebande waren zeitweise außer Kraft gesetzt. Am Abend vor dem ersten Mai fanden die großen Frühlingsfestlichkeiten der Hexen statt. Ihnen entspricht Samhuin oder Halloween am entgegengesetzten Pol des Jahres (31. Oktober).

In Deutschland ist dieser Abend als Walpurgisnacht bekannt. Der legendäre Versammlungsort der Hexen während dieser Nacht ist der Kniebis im Schwarzwald und der Brocken, der höchste Berg im Harz. Goethe hat dieses wilde Fest im Faust detailliert beschrieben. In Irland und Schottland hieß dieses Fest Beltane oder Baltein. Symbolisch wurde in dieser Nacht der Baal (auch Baldur genannt) verbrannt, als Übergangssymbol vom Alten zum Neuen. In manchen Gegenden verkörperte ihn ein vom Los ausgewählter Mann, der durch die Maifeuer sprang, die in Skandinavien noch heute „Baldurs Scheiterhaufen“ genannt werden.
Am ersten Mai wird vielerorts der Maibaum aufgestellt, Symbol für die Verbindung zwischen der Erde und dem Firmament. Das Aufstellen von Maibäumen zu Beginn des Maifestes ist in verschiedenen Ländern Europas bis heute Tradition. Weiterlesen „Die Walpurgisnacht“