„Zukunft- nicht greifbar…“

Mit diesem Zitat von Oswald Henke kündige ich hiermit feierlich den Herbstgöttertanz 2012 an:

  • Samstag, 22. September 2012
  • Zeit 22:00 bis 04:00
  • Rituelle Zusammenkunft mit DJ ToM Manegold.
  • Ritual, Neocelt, Paganfolk, Klassik, Gothic, Apocalyptic.
  • Inkl. Buffet und Sektempfang.
  • Um angemessene Garderobe wird ausdrücklich gebeten.
  • Eintritt: 12,00 €

Sollten sich die GEMA-Gebührenprognosen für 2013 bewahrheiten, ist es der letzte Göttertanz dieser Art im Top Act Zapfendorf. (zzgl. einem Wintergöttertanz ohne Buffet.).  Ich habe über meine Meinung zum Thema GEMA einen Artikel in meinem Blog veröffentlicht, der für sehr viel Wirbel sorgt. Gerade machen ein paar weltfremde … //Schimpfwort// mal wieder Dinge kaputt, die uns lieb und teuer sind…

Ganz abgesehen von anderen Posten, die außer Miete und steigender Nebenkosten  zu bezahlen sind, würden sich GEMA und GVL Gebühren bei unserer Veranstaltung wahrscheinlich „nur“ verdoppeln, aber sie würden dennoch absolut unerschwinglich werden. (Es sind mehrere hundert Euro pro Veranstaltung, die aufzubringen sind.) Ihr könnt ja Faun, Omnia oder Valravn mal fragen, wieviel sie davon in den letzten 10 Jahren gesehen haben 🙂

Überhaupt geht mir das Ganze mittlerweile ziemlich auf den Geist. Denn sie machen das schon viel zu lange. Sie gängeln und halten die Hand auf. „Sie“, die aus einer Bevölkerung eine satte zahnlose Herde aus Denunzianten und Kuschern gemacht haben, die sich das Rauchen verbieten lassen, die sich sagen lassen, wann sie wo wie laut feiern dürfen, die jede noch so abgefahrende Steuer über sich ergehen lassen, teilweise ohne es zu merken. Die sich vorschreiben lassen, was sie denken, fühlen, worüber sie reden, was sie einkaufen. Es gab mal Menschen, die wegen Bananen und Mallorcaurlaub Mauern eingerissen haben. Und jetzt? Keinen interessiert, dass er bluten muss, so lange alle bluten, egal ob das GEMA, GEZ, GVL, Kassenbeiträge, Eintrittsgelder oder Spritkosten sind.

Wütend

ToM

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Playlist So, 27.05. 2012,

Göttertanz Titelliste Pfingssonntag 2012, Städtisches Kaufhaus Leipzig WGT

Mit dem „Städtischen Kaufhaus“ hat das Wave Gotik Treffen anno 2012 in buchstäblich letzter Minute eine geeignete Location für seine romantischen Tanznächte finden können, nachdem im Jahr zuvor das Victor Jara aus allen Nähten platzte und viele Besucher draußen bleiben mussten. Das Städtische Kaufhaus erwies sich dem Ansturm gewachsen, denn es ist größer und hat zwei Floors. Und auch das Peronal hat wirklich alles getan, um euch einen angemessenen Abend zu bieten. Einzig der Sound war mehr als schwierig zu regeln –  in „meinem“ Saal mit den Säulen. Auf dem 2nd Floor boten euch Lisa Morgenstern und Remo Sorge aus der Kreuzmühle einen super Abend und ich beschallte mit folgenden Titeln von 23 Uhr bis 6.00 nonstop den ersten Floor.

Wake Up-    OMNIA
Dead Letter  –  Diary Of Dreams
Sturmnacht – Schandmaul
Turtle Recall III  –  Mental Measuretech
Fatalist –   Triarii
Branwyn Slayne   – Faith And The Muse
Kleid aus Rosen  –  Subway To Sally
Punagra   – Faun
Godesses  –  Cultus Ferox
Djanga  –  Mila Mar
Nierika  –  Dead Can Dance
Amara Tanta Turi 4  –  Moon Lay Hidden Beneath A Cloud
Der Wolfsmantel  –  ROME
Dragonfly  –  Sanctum
Kneels To The Cross  –  Sol Invictus
Krieger –   Die Fantastischen Vier
Menschfeind  –  Diary Of Dreams
Slowly Comes My Night  –  Deine Lakaien
Morgenrot (live)  –  Letzte Instanz
Cupido   – Qntal
Sumus Vicinae  –  Lens, Nicholas
Domina  –  Potentia Animi
Fili Neidari  –  Corvus Corax
Satyr Sex  –  Omnia
Andro  –  Faun
Die Teufelsmühle   –  ASP
Dulcis Amor –   Qntal
Twa Corbiez  –  Omnia
Ad Mortem Festinamus  –  Qnta
Klevasbergselden –   Garmarna
terribilis  –  Rosa crux
Heaven & Hell   – Triarii
Procession Nocturne  –  Gae Bolg And The Church Of The Fand
Flamma Flamma  –  Lens, Nicholas
De Mundi Statu  –  Corvus Corax
Krieger  –  Widukind
Black Easter  –  Sol Invictus
Rose Clouds of Holocaust  –  Death In June
Der Falken Flug  –  Darkwood
Hurt  –  Johnny Cash
Les Isles Noires  –  Rome
Gaia  –  Faun
Black Sun  –  Dead Can Dance
Moon  –    OMNIA
Where the Ancient Laurel Grows  –  Sopor Aeternus & The Ensemble Of Shadows
Glorafin –   Gerrard, Lisa
Vedergällningen  –  Garmarna
The Elven Lover  –  Omnia
Oyneng Yar  –  Faun
Wolftribes  –  Sephiroth
Europa  –  Triarii
in tenebris  –  Rosa crux
Arddyledog Ganu  –  Test Dept.
Wytches Brew –   Omnia
Kelling   – Valravn
Etno Jenny  –  Mari Boine
The Human Game  –  Gerrard, Lisa
Wahre Freundschaft  –  In My Rosary
But What Ends   – Death In June
To Die Among Strangers  –  Rome
Selig  –  Helium Vola
Terra aquarius  –  Lens, Nicholas
Hagia Sophia  –  Irfan
Etrezomp-ni-kelted  –  Omnia
Seersken  –  Valravn
Santiago  –  Mc Kennith Loreena
Satyros   live –  Faun
Iduna  –  Faun
Alive!  –  Omnia
New World Child  –  Iridio
Silent In Time   – In The Nursery
Cantus  –  Faith And the Muse
Sonnenwalzer –   Triarii
Ashen Like Love…   – Ordo Equilibrio
Dulcissima  –  Corvus Corax
Walpurgisnacht –  Schandmaul
Etterna (Club Mix)  –  Snakeskin
Frühling  –  Qntal
Saber dámor   – Heliumvola
Little Blue Butterfly   – Death In June
Raven chant   – OTWATM
Slave  –  Spiritual Front
March To Hell  –  Jesus And The Gurus
Line Of Corpses  –  Wumpscut
Richard Parker’s Fancy   – Omnia
Saltatio Mastered MP3 –   OMNIA
Return To Outremer  –  Irfan
Yulunga (Spirit Dance- live)   – Dead Can Dance
Return (Club)  –  Deine Lakaien
Nummus  –  Heliumvola
Heroin She Sad  –  Wolfsheim
Don´t Believe Its Over  –  Nocturnal Emissions
Jesus Died In Las Vegas  –  Spiritual Front
The World Shrugged –   Sol Invictus
Unhappy Shaddowe  –  OTWATM
Swords to Rust – Hearts to Dust   – Rome
Red Right Hand  –  Cave, Nick
Sky Is Over  –  Serj Tankian
Love Me To The End live  –  Deine Lakaien
Licht –   Widukind
Saltatio Crudelitatis –   Sopor Aeternus

DJ ToM Manegold

Göttertanz auf dem WGT 2012

Es ist ja schon fast Tradition, dass zu Pfingsten in letzter Minute der Göttertanz doch noch eine Location findet. Es ist wirklich keine Taktik 🙂

Anno 2012 bin ich nun im „Städtischen Kaufhaus“ mitten in Leipzig gebucht. Und zwar am Pfingstsonntag ab 23 Uhr. Der Name der Location ist ein wenig irreführend. Es ist keine mit Konsumgütern vollgestellte Halle, sondern eine wunderschöne Kulturlocation. Mit von der Party sind einmal mehr DJ Remo Sorge und Lisa Morgenstern von der Kreuzmühle. Wir werden auf zwei Floors auflegen und es wird diesmal mehr Platz sein, als voriges Jahr.

Spiegelpalast 2009
Spiegelpalast 2009

Pfingstsonntag, 27.05.2012 ab 23 Uhr

GÖTTERTANZ mit DJ ToM Manegold
DJ Remo Sorge, DJ Lisa Morgenstern
2 Floors
Städtische Kaufhaus Leipzig

Google Ortsangabe

Wikipedia über

 

AUFRUF: Hier können gern Musikwünsche eingetragen werden:

Wissenswertes über den Göttertanz am 23.06.2012

Spiegelpalast 2009
Spiegelpalast 2009

Der Göttertanz zur Sommersonnenwende 2012 wird, zumindest organisatorisch, wieder ein ganz „normaler“ sein. Denn, nein, es spielt KEINE Band. Und auch „Litha“ ist KEIN neues Sideprojekt, das noch keiner kennt… 🙂

Litha (ausgesprochen: „Litta“) (Mittsommerfest bzw. Mittsommernacht im Wiccatru, Sommersonnenwende, Feill Sheathain im Pecti-Wita, Alban Hefin im Caledonii-Wicca, christl. Johannistag) wird zwischen dem 20. und 26. Juni gefeiert, weil am 21. Juni die Sonne an ihrem höchsten Punkt steht und diese Nacht somit die kürzeste des Jahres ist. Es wird um Freudenfeuer getanzt oder über Feuer gesprungen, um Fruchtbarkeit, Reinigung, Gesundheit und Liebe zu fördern. Das Christentum kennt den 24. Juni als Johannistag oder Johannisfest. (weiß Wikipedia zu berichten, natürlich werden wir unsere Eichenparkett nicht anzünden…)

Jenny von der Band Omnia ist nur deshalb auf dem Header, weil ja bekanntermaßen Omnia eine Band ist, die beim Göttertanz sehr oft gespielt wird und weil diese Band wie keine andere Naturverbundenheit, Originalität und Lebensfreude verkörpert, jene Freude, die bei der ganzen gesellschaftlichen Jammerei, die uns sowohl in wirtschaftlichen als auch in politischen und religiösen Dingen ständig ereilt, kaputt geht. Wenn es eine Hölle gibt, dann ist das ein Ort, wo  jeder eine Meinung wiederkäut und keine Ahnung hat. Wo sich Menschen wegen den Vermutungen anderer die Köpfe einschlagen. Wo man Denken und Fühlen einfach abschafft, anstatt es zu vereinigen. Wo Menschen schwanzwedelnd Knüppeln hinterherlaufen, die sie apportieren, um damit verprügelt zu werden.

Entzieht euch diesem schwachsinnigen Medienoverkill. Lasst euch nichts erzählen. Glaubt nur euch selbst und dem, was ihr selbst gesehen habt. Sein ist Tun. Bestimmt selbst, welche Themen in eurem Dasein eine Rolle spielen. Letztendlich habt ihr nur dieses eine Leben. Genießt es.

Valravn “ Koder på snor“ [ Official ]

Valravn („Rabe der Toten“) ist eine dänische Pagan-Folk-Band, die skandinavischen Folk mit einer einzigartige Mischung aus moderner und traditioneller Musik  neu erfunden haben.
Mitglieder: Anna Katrin Egilstrød (Vocal, percussion, electronics), Juan Pino (Davul, percussion, santur), Christopher Juul (Production, keys, electronics)
CDs: Valravn – “Re-coded” (2011) , Valravn – “Koder på Snor”  (2009), Valravn – “Valravn” ( 2007)

OMNIA „Alive“ (CD)

Omnia "Alive!"
Omnia "Alive!"

Als OMNIA mit „Live Religion“ die einmalige Atmosphäre eines ihrer Konzerte auf CD veröffentlichten, war ich ihrem Treiben schon rettungslos verfallen. Als sie dann mit „Pagan Folk“ in die Liga professioneller Aufnahmen stiegen, eroberten ihre Lieder 2006 auch die gothischen Tanzflure, allen voran „Etrezomp-ni Kelted“. Dessen Präsenz bei meinen Parties konnte nicht einmal die „Cybershaman“ EP mit Club- Remixes diverser Omnia- Lieder erreichen, mit denen das Quartett in die Clubs wollte/sollte… Auf dem neuen Studioalbum „Alive!“ ist dann auch wieder alles so, wie es sein soll. Keine Beats, keine Loops, dafür jede Menge Atmosphäre, eine unglaubliche Intensität und … ja… Magie…

Musikalisch bewegen sich OMNIA damit einmal mehr allein auf weiter Flur. Ihr Zusammenspiel ist unkopierbar und über jeden Zweifel erhaben. Dabei haben die vier Musikanten viele Gesichter, allein Joe King Hennon beschränkt sich auf ein konstant brillantes Gitarrenspiel bei allen neun Liedern. Die anderen drei wechseln wild ihre Instrumente. Jenny Evans van der Harten spielt, neben keltischer Harfe und Hurdy Gurdy, auch wieder diverse Perkussiva (einschließlich zweier Teelöffel aus der Küche)- und Steve Sic Evans van der Harten diverse Saiteninstrumente, Drums und Flöten, während Luka, der Mann für die tiefen Töne, seine unverkennbaren Slideridoos erklingen läßt. Gesanglich harmonieren die drei ebenfalls auf eine unnachahmliche Art. Als Gast hat sich einmal mehr, als Freund der Band, Oliver Satyr von Faun auf der Platte verewigt. Daß ihm der Song Nummer sieben gewidmet sein soll, ist allerdings nur ein Gerücht… Außer ihm ist noch Qntal- Multiinstrumentalist Michael Popp an einer Sitar und ein bulgarischer Perkussionist zu hören.

Mit „Wytches Brew“ wird gleich zu Beginn eine unglaubliche Spielfreude vermittelt. Textlich zitiert man aus Shakespeares Macbeth… um dann, am Höhepunkt des diabolischen Tanzens in das große schwarze Loch einer der bekanntesten englischsprachigen Balladen zu fallen, denn Lied Nummer 2 ist ein sehr intensive, neunminütige Vertonung des Edgar Alan Poe Klassikers „The Raven“ und für mich das großartigste Stück dieser CD. Steve Sic ist ein so eindringlicher Rezitator, daß einem auch beim wiederholten Hören des Liedes immer wieder ein Schauer über den Rücken läuft. In ewiger Traurigkeit, am tiefsten Punkt aller erdenklicher Emotionen angekommen, geht es fast übergangslos wieder in einen energiegeladenen Freudentaumel über, den das titelgebende Stück „Alive!“ entfacht. Jenes „Can you feel alive today?“ beendet eine emotionale Achterbahnfahrt, die alle erdenklichen Höhen und Tiefen menschlichen Empfindens in nur drei Liedern auzuloten vermochte. Somit könnten Omnia danach machen was sie wollen, schließlich haben die meisten Bands weit weniger als drei Hits auf einem Album… jedoch liefert das überwiegend in den Niederlanden wohnende Quartett bis zum letzten Ton konstant hochwertige Folklore ab, die sich verschiedenster Traditionals bedient und diverse Mythen auferstehen läßt, wobei sich die Band weder auf die mittelalterliche Epoche noch auf irgendein anderes Klischee festlegen lassen will.

Mit „Fairy Tale“ huldigen sie beispielsweise Lewis Carroll, dem Schöpfer von „Alice in Wonderland“ während „Richard Parkers Fancy“ die irische Musik mit paganischem Zauber verschmelzen läßt. Wie schon beim Bonus Track „Sidhenearlahi Set“ auf der „Pagan Folk“CD vermag es Steve Sic, sich und den Zuhörer in viel zu kurzer Zeit in Rage zu spielen. Sein Flötenspiel stellt auch live das eines Ian Anderson weit in den Schatten, auch wenn das Jethro Tull Fans vielleicht anders sehen…

Aber gerade jenes Leben, was Omnia führen und propagieren es ist alles andere als ein Wettbewerb. Es ist erfüllt von Lebensfreude, Respekt vor den Dingen und Nichtdingen, ist naturverbunden und nicht zuletzt auch sehr engagiert (so als Gegenteil von politisch)… Das Wichtigste in Omnias Botschaft ist dabei nicht die Verlautbarung, sondern ihre unnachahmlichen „Yeahs! Yeahs!“, ein vorgelebtes „Aus- sich-herauskommen,“ oder „In-sich-hineinschauen“.

Für die vielen Zeichnungen im umfangreichen Booklet konnte Omnia den großen Alan Lee gewinnen, der als Konzept-Zeichner der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ bekannt ist. Das so zu einem wunderbaren Buch gewordene Begleitheft zur CD ist zudem gespickt mit Wegweisern und Anspielungen, mit Botschaften und mit Wissen über Kultur, Literatur und diversen Mythen, daß man dem Gesamtkunstwerk eine fast schon pädagogische Komponente zusprechen kann. Konzeptionell geht es auf „Alive!“ um die Überwindung der Vergänglichkeit durch die Kunst und durch unseren Umgang mit den Erinnerungen an das Vergangene.

In erster Linie ist „Alive!“ aber großartige Folklore heidnischen Ursprungs, qualitativ erhaben über allem schwebend, beseelt vom Geist der Wälder und Mythen und getragen von einer Spiel- und Lebensfreude, die einfach ansteckend ist.

Thomas Manegold 2007

Erscheinungsdatum: 07. 09.2007, Label: Banshee Rec., Audio CD

1. Wytches brew, 2. The raven, 3. Alive!, 4. Were you at the rock?, 5. Richard Parker’s Fancy, 6. The elven lover, 7. Satyrsex, 8. Equinox, 9. Fairy tale

Omnia Webseite

Faun: „Back To Nature“ (Interview)

FAUN

Mit TOTEM überraschte uns die Münchner Gruppe Faun mit einigen neuen Einflüssen und einer insgesamt düsteren Grundstimmung. Die Paganfolk-Band hat natürlich eine mystische Aura, aber bislang waren sie auch bei ihren Liveauftritten eher für die gute Laune diesseits und jenseits der mittelalterlichen Musik zuständig. Ein Interview ist ja fast schon so was wie ein Heimspiel für die Band. Bereits drei Mal spielte FAUN bisher im Top Act Zapfendorf und auch sonst macht die Chefredaktion keinen Hehl daraus, mit Haut und Haar jenem ominösen Geklang mit Namen Paganfolk oder Neocelt verfallen zu sein, wobei ja im Klangkosmos der Faune schon immer eine sehr eigene Art von Crossover für frischen Wind sorgte. Jasmin zog aus, neues und altes über Faun zu erkunden und sprach mit Oliver Satyr.

subKULTUR: Eure bisherigen CDs laden stets zu einer thematischen (Klang) Reise ein – im Booklet der „Zaubersprüche“ liest man, daß es nötig sei, mit Hilfe von Mythen und Legenden zurück zur Achtung vor der Natur finden, verzauberte Momente wiederzufinden– das war 2002…Hast du das Gefühl, daß sich in den letzten Jahren der Kreis der Menschen, die sich auf die Reise zurück zum Einklang mit der Natur, zu den alten Mythen begeben, vergrößert hat?

Oliver: Ja, ich glaube, da ist ein Bewußtsein am Erwachen. Die Leute sind extrem auf der Sinnsuche. Wir spielen mit dem Begriff „Pagan Folk“, was zwar etwas sperrig ist, um damit die Musik zu beschreiben, aber was zumindest einen kleinen Hinweis auf die Thematik gibt, und da merken wir, daß sich immer mehr Menschen von dieser angesprochen fühlen. Das Interesse auf den Konzerten ist sehr stark, die Leute sagen, sie finden die Musik toll und, vor allem, sie interessieren sich vermehrt auch für die Hintergründe – das nimmt immer weiter zu.

subKULTUR: Auf der CD „Licht“ fordert ihr auf, den gehörnten Gott Cernunnos bei seiner Reise in die Anderswelt, ins Licht zu begleiten. Auch der Faun, Pan oder der Satyr sind Wesen, die dem Archetypus des gehörnten Gottes entsprechen – im Christentum wurde daraus dann Satan oder auch Luzifer- (was ja eigentlich „der Lichtbringer“ bedeutet). Der gehörnte Gott wurde da vom Ins-Licht-Begleiter zum Lichtbringer – seid ihr mit eurer Musik bestrebt, die ursprünglichen Aspekte, die der gehörnte Gott in sich vereint, wieder ans Licht zu bringen?

Oliver: Auf jeden Fall. Leider sind viele der Überlieferungen heute verfälscht, gerade wenn man ins Altertum oder ins Mittelalter schaut. Vor allem im Mittelalter wurde alles fast ausschließlich innerhalb von Klostermauern aufgeschrieben, das geschriebene Wort außerhalb der klerikalen Welt gab es kaum. Das bedeutet auch, das Wissen , das wir heute über die Kelten und ihre Mythologie haben, stammt entweder aus archäologischen Funden oder aus Berichten Dritter, aber meistens lief das eben übers Kloster, was bedeutet, daß das natürlich schwer umgeschrieben ist. Man muß genau auf die Hintergründe schauen. Das gilt auch für diese Teufelsfigur. Es ist wirklich traurig, daß man überhaupt mit diesen Feindbildern konfrontiert ist, und auch, daß aus dem Thema Sexualität dieser Strick gedreht wurde. So etwas wie das Zölibat mag vielleicht bei ganz extremen Mönchen, die im Kloster leben, sinnvoll sein…

subKULTUR …. wenn es aus tiefster Überzeugung und freiwillig abgelegt wird, aber wer will das schon…

Oliver: Das dürfte nicht mal ein Prozent sein. Meist führt das zu vollkommener Selbstkasteiung und Ausartungen, die Funde von Babyleichen im Kloster sind dafür nur ein Beispiel von vielen. Was wir versuchen ist, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, zu sagen, was es wirklich mit dem gehörnten Gott auf sich hat. Und wir wollen den Fokus auf etwas richten, was unserer Meinung nach erstrebenswerter ist. Viele Leute interessieren sich dafür. Das war bei mir genauso, ich war oft in der Natur, weil ich merkte, daß ich dort etwas finde, was ich nirgendwo sonst fand, eine gewisse Kraft und Sicherheit, die mir sehr gut tut und mir den Halt in einer Welt gibt, die ja auch oft so vollkommen furchteinflößend ist, durch Zukunftsängste oder was auch immer. Es stellt sich dann die Frage, wie kann man das auch ein wenig lenken? Ich habe versucht, Hintergründe zu erfahren, was wirkt da, wie kann man es sich zunutze machen? Kann man das mitnehmen, wenn man auf Reisen ist, oder gibt es da Rituale, um diese helfenden Gefühle auch hervorzurufen? Ich habe sehr viel gesucht, und je mehr ich suchte, desto mehr Scharlatane habe ich leider auch gefunden. Das Wesentliche ist aber, trotz allem die Suche nicht aufzugeben. Wir versuchen, den Leuten ein paar Tips von unserer eigenen Suche mitzugeben.

subKULTUR: „Renaissance“ war die bisher kommerziell erfolgreichste CD, die auch produktionstechnisch teurer klingt als „Licht“ und „Zaubersprüche“ – was war da anders als bei den CDs vorher?

Weiterlesen „Faun: „Back To Nature“ (Interview)“

OMNIA „Pagan Folk“ (CD)

PAGAN FOLKOmnia waren schon immer eine Liveband, was soviel bedeutet, daß man sie zumindest einmal gesehen haben muß, um zu erleben, welcher Zauber und welche Anziehungskraft von den Vieren ausgeht. Da spielt es keine Rolle, ob die CD als Erinnerungsträger soundtechnisch etwas dünn ausgefallen ist, wie einst „Crone Of War“ oder ob sie mit nur einem Mikrophon in einer Kirche mitgeschnitten wurde, wie einst „Live Religion“… oder ob alles an Erfahrung, Geld und Zeit reingesteckt wurde, was der Band zur Verfügung stand, wie anno 2006 in vorliegendes Album „Pagan Folk“.

Omina zelebrieren das, was sie Pagan Folk nennen, allumfassend, was man schon daran merkt, daß sie aus dem Auto mit dem „Odin statt Jesus“ Aufkleber genau so gewandtet aussteigen, wie andere „Mittelalterbands“ nur die Bühne betreten. Was dann, reichlich mit keltischen Ranken verziert, dargeboten wird, mag erstmal exotisch erscheinen, denn in der Tat sehen Omnia eher wie Indianer aus, als wie die Mittelalterleut… und so nach einer halben Stunde fühlt man sich ihnen näher, als dem eigenen Spiegelbild…

Woran das liegt, mag jeder für sich herausfinden, denn alles das, was Omnia jenseits der Musik ausmacht, ist eine sehr unterhaltsam verpackte, wichtige Botschaft über unsere keltischen, matriarchaischen Wurzeln. Sic ist ein Sarkast, wenn er in den Ansagen Römer, Christen und Amerikaner in einen Sack steckt und ihn lächelnd zubindet, wenn er sich in den Schritt faßt und die typische marktschreierische testosterongeschwängerte Ansage führender Mittelaltercombos nachahmt, ohne einen Namen zu bemühen … Weiterlesen „OMNIA „Pagan Folk“ (CD)“