Neues Dead Can Dance Album „Anastasis“

Der Webshop Infrarot verkündet die Rückkehr einer Legende!

„16 Jahre nach ihrem Album „Spiritchaser“ kehren Dead Can Dance mit einem weiteren Meisterwerk zurück! „Anastasis“ ist ein klassisches Dead Can Dance-Album, das aber nicht in die Nostalgiefalle tappt, sondern modern und zeitlos klingt, als hätte sich die Band gerade erst formiert. Epische Soundscapes, der unverkennbare Gesang von Lisa Gerard and Brendan Perry ergeben große Songs mit einer Soundfarbe, wie sie nur Dead Can Dance hinbekommen und alle Vergleiche zu anderen Bands obsolet machen.“

DAS NEUE DEAD CAN DANCE ALBUM

 Das neue Dead Can Dance Album gibt es in drei Versionen.

  • Anastasis (Special Edition)
    Dieses exklusive limitierte Box Set ist ein speziell angefertigtes Hardcover Buch mit geprägtem Band Logo und Albumtitel (inkl. acht Seiten individuell designtem Album-Artwork und Songtexten). Zudem bietet das Set einen signierten 6″ x 8″ Kunstdruck, einen USB Stick im Design des Albumcovers (inkl. dem Album in 24 Bit Audio Files) sowie das reguläre „Anastasis“ CD Album.
  •  Anastasis (CD) Das Album als CD
  • Anastasis (Vinyl) Das Album auf zwei LP

ANASTASIS bei INFRAROT

DEAD CAN DANCE (2004)

DEAD CAN DANCE sind Inbegriff für atmosphärische Musik mit außereuropäischen Einflüssen. Oft kopiert und nie erreicht sind sie die „Urversion“ des Duos, das nicht zuletzt auch mit den männlich/ weiblichen Gegensätzen magische, spirituelle Einheit sucht und sie musikalisch heraufbeschwört, sie schwingen läßt, begreifbar und ewig macht. In der Klangwelt von Dead Can Dance treffen mittelalterliche Chöre auf Didgeridoos und exotische Perkussions auf unterschiedlichste Saiteninstrumente – einzigartig verwoben mit Lisa Gerrards und Brendan Perrys Stimmen, die schlußendlich doch gemeinsam jene magischen Momente erschufen, die man nicht beschreiben kann.

Lisa Gerrard & Brendan Perry begannen bereits 1980 als Dead Can Dance Musik zu machen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten außerdem die Musiker Paul Erikson und Simon Monroe. Sie erlangten mit Platten wie „The Serpents Egg“ & „Aion“ absoluten Kultstatus- gerade wegen Lisa Gerrards unverwechselbarer Stimme und ihren „wortlosen“ Texten…

Jedes Album war geprägt von einer musikalischen oder historischen Epoche. So waren die ersten Platten noch sehr mittelalterlich. Später gewannen bevorzugt außereuropäische Einflüsse immer mehr die Oberhand, natürlich ohne andere Stile und Prägungen zu verleugnen, so zum Beispiel den irischen Einfluß in den Kompositionen Brendan Perrys. Mit dem (vorerst) letzten Album „Spiritchaser“ befand man sich musikalisch zuweilen in Afrika, an den Ufern des Nils…

Ende 1998, nachdem Lisa Gerrards zweite Solo-CD „Duality“ erschienen war, bestätigte die Plattenfirma 4AD die Auflösungsgerüchte: Dead Can Dance sagten überraschend eine anstehende Tour ab und erklärten ihre Zusammenarbeit für beendet. Bis 1998 erschienen 9 reguläre CDs.
Für einen, logischerweise nicht vollständigen Überblick sei das exzellente Livealbum „Toward The Within“ empfohlen (4AD, Rough Trade 1994 auch als VHS und DVD). Hier hat man einmalig die Gelegenheit, die Philosophie des Musizierens, welche sich auch im Namen verbirgt, zu erahnen, denn trotz eines manchmal schon beängstigenden Perfektionismus´ ist das Werk und der Akt des Musizierens im höchsten Maße spirituell. Ein Live-Konzert von Dead Can Dance gleicht einer Messe, wenn Lisa Gerrard ganz in weiß gekleidet, engelsgleich auf der Bühne erscheint und mit ihrer unglaublichen Stimme das Publikum vom ersten Ton an hypnotisiert.

Nach der Trennung erschien Brendan Perrys Soloalbum „Eye Of The Hunter“ Lisa Gerrard arbeitete am Gladiator Soundtrack mit und wurde mit geradezu euphorischen Kritiken und einer Oskar Nominierung bedacht. Diesen Erfolg konnte sie mit „Whale Rider“ als alleinige Komponistin, ohne Hans Zimmer, nicht wiederholen.

Schon während des Bestehens von Dead Can Dance waren Lisa Gerrard und Brendan Perry das Maß aller Dinge und Nichtdinge. So fanden sich zahlreiche Bewunderer, Epigonen und auch MusikerInnen, deren unabhängige Kunst durch die Popularität von Dead Can Dance beflügelt wurde. Immer wieder wurden Vergleiche bemüht, mal segensreich, mal wie ein Fluch lastend auf doch so eigenständig agierende Bands wie Love Is Colder Than Death oder MILA MAR. Zu nennen wären weiterhin Louisa John- Krol und Loreena Mc Kennith, deren Folklore durch die exzellenten Stimmen ebenfalls intensive spirituelle Prägung erfährt oder auch Bands wie D´acardia, Faun und Unto Ashes, die mit ihren Gesängen ebenfalls magische Momente heraufbeschwören.

Dann flatterte eine Meldung auf den Tisch, erst als vages Gerücht und dann an kaum zu glaubende Gewißheit: Dead Can Dance werden im Frühjahr 2005 drei Konzerte in Deutschland geben: Sa , 26.03.2005, Philharmonie, Köln – So , 27.03.2005 Philharmonie, München – Di , 29.03.2005, Philharmonie Berlin. 6 Wochen nach Vorverkauf Start waren München und Berlin faktisch ausverkauft. Wenig später war auch schon von einer Reunion Tour die Rede und auf der Dead Can Dance Webseite als ausschließliche Infomation folgene Dates angekündigt:

10.03.05 Olympia Theatre – Dublin – Ireland
12.03.05 Prins Willem Alexander Zaal (NCC) – Den Haag – Netherlands 14.03.05 Palais de Congres – Paris – France 16.03.05 Salle Vauban – Lille – France 17.03.05 Bozar (Centre for fine arts) – Bruxelles – Belgium 19.03.05 Theatre Femina – Bordeaux – France 21.03.05 Teatro Lope de Vega – Madrid – Spain 22.03.05 Barcelona Auditori – Barcelona – Spain 24.03.05 Teatro dal Verme – Milan – Italy 26.03.05 Philharmonie – Cologne – Germany 27.03.0 – Philharmonie – Berlin – Germany 29.03.05 Sala Kongresowa – Warsaw – Poland 31.03.05 Dome Cathedral – Riga – Latvia 01.04.05 Oktyabrsky Concert Hall – Saint Petersburg – Russia 03.04.05 Barbican Centre – London – England

Ansonsten sind die Informationen rar gesät (waren sie eigentlich schon immer). Auffallend ist, daß ausschließlich renomierte klassische Häuser bespielt werden. Im September soll diese Tour in Amerika fortgesetzt und mit einem voll orchestrierten Abschlußkonzert in Los Angeles beendet werden. Das läßt natürlich Raum für Spekulationen auf eine neue Veröffentlichung.

Klar, man wolle es nochmal wissen, zudem neue Instrumente ausprobieren, wurde Lisa Gerrard zitiert. „Das Lineup der Musiker“, so sagte sie weiter, „ist absolut phänomenal; eigentlich sogar noch besser! Es wird ohne Zweifel DAS Dead Can Dance Ereignis schlechthin. Es ist schwer meine Aufregung und Erwartungen in Worte zu fassen.“

Das geht wohl nicht nur ihr so. Als stetig glühender Dead Can Dance Verehrer wurde mir schwindelig vor Freude. „Erschwerdend“ kommt hinzu, daß jene Sympathie zur Magie und Reinheit die fast einzige haltlose Begeisterung ist, die mein Wirken als Musikjournalist schadlos überdauert hat. Keine Desillusion konnte jener Begeisterung für die Stimme Lisa Gerrards etwas anhaben, vielmehr war diese prägend und das hochgesteckte Maß, wenn ich durch Zeiten und Musiken wandelte. Nicht zuletzt ist ihr auch die Inspiration zu verdanken, die schließlich zum Goettertanz geführt hat.

Deshalb ist es auch eine große Ehre, am 25.12.2004 eine Dead Can Dance Party ausrichten zu dürfen. Unser Goettertanz Special im Top Act Zapfendorf wird mit der Verlosung zweier Ehrenkarten für das bereits ausverkaufte Konzert in München zu einer letzten Möglichkeit, bei jenem Konzertereignis 2005 dabei zu sein.

Text: Thomas Manegold 2004
Bilder: http://www.lisagerrard.com
http://www.deadcandance.com

Brendan Perry „Alive After Dead Can Dance“ (Interview)

Brendan Perry 1999
Brendan Perry 1999

Knapp 15 Jahre schrieb der Ire Brendan Perry Musikgeschichte zusammen mit Lisa Gerrard als Dead Can Dance. Ein Jahr nach dem unerwarteten Split hat BRENDAN PERRY nun sein Soloalbum „Eye Of The Hunter“ vollendet. Entspannt, melancholisch und romantisch startet so die Solokarriere eines Musikers, der auf 10 erstklassigen Alben durch so ziemlich alle Mythen und Musikkulturen gewandert ist. So gab`s für die zwei RCN- Reds auf Gastschreibermission eigentlich nur ein Gesprächsthema: Eben nicht Dead Can Dance, sondern Gott und die Welt. Prädikat: Besonders wertvoll (und deshalb in XXL)

Zu Irland fällt mir ganz spontan Guiness ein. Doch halt, das sieht jetzt wieder so aus, als würden wir in Franken den ganzen Tag Bier trinken…
Brendan: „Ihr habt sehr feine Weine hier. Immer wenn ich hier bin, kaufe ich mir ein paar Flaschen für Zuhause.“

Das ist der Weg, wie wir gute Artikel schreiben: Abends bei einem Gläschen Wein….
Brendan:“ Ich habe einen deutschen Nachbarn in Irland. Er lebt dort seit etwa 10 Jahren und war mal Tourmanager für die Dubliners. Wenn der nach Deutschland geht, kommt er immer mit einer Kiste Frankenwein zurück. Ich trinke den gern, er enhält wohl gewisse Substanzen, die mich kreativ beflügeln.“

Wieviel Fragen hast Du denn zum Thema Dead Can Dance bekommen?
Brendan: „Heute waren es ziemlich viele, in Hamburg (gestern) oder in Amsterdam (vorgestern) eher weniger. Ich war sehr angenehm überrascht, weil wir immer eher im Rahmen der Diskussion auf dieses Thema gekommen sind.“

Deine Platte kann man an jeden verkaufen, nur nicht an Trendkids. Das ist eine Platte für den Abend, für den Sonnenuntergang.
Brendan: „Ja, die Platte hat ihren eigenen Platz in der Zeit. Interessant, daß du sagst, das ist eine Abendplatte. Manche Journalisten haben gesagt, es sei ein Herbstalbum. Das ist der Abend vom Jahr.“

Hört sich an, als wenn du auf dein Leben zurückgeschaut und die Erlebnisse verarbeitet hast. Hast du mit „Eye Of The Hunter“ eine Phase deines Lebens abgeschlossen?
Brendan: „Meistens haben Songs mit bestimmten befristeten Abschnitten im Leben zu tun. Ich sortiere so meine Erlebnisse. Das ist eine Form von Therapie. Ich habe das Gefühl, daß es danach erst mit dem Leben wieder weiter geht.“

Künstler folgen meistens dem Drang, sich auszudrücken.. Wenn du nicht Musik machen würdest, wärst du wahrscheinlich Maler.
Brendan: „Ich würde nicht gut mit Sprache oder Malerei klarkommen. Musik ist für mich eine alternative Ausdrucksform zur Sprache. Dazu kommen viele unterbewußte Aspekte. Ich habe früher in der Musik mehr die depressiven Phasen explodieren lassen. Die neue CD ist mehr eine grundsolide Singer- Songwriterplatte geworden.

Es gibt nicht mehr viel klassische Liedermacher heutzutage.
Brendan: „Sieht so aus, als würden die aussterben. Lyrische Sachen haben mich immer sehr inspiriert, z.B. Ian Curtis oder Jim Morrisson. Lyrik tritt aber immer mehr in den Hintergrund. Sie wird in der Musik immer mehr zum Beiwerk. Man sagt, wir haben eine sprachlose Gesellschaft: Jeder redet, aber niemand spricht miteinander.“

Die Gesellschaft muß auch viel mehr Einflüsse aus allen Bereichen verarbeiten.
Brendan: „Schon, aber es zählt da nur noch Quantität, keine Qualität. Als ich jung war, habe ich gern Abends gelesen. Das macht heute keiner.“

Woran liegt das?
Brendan: „Ein wichtiger Grund dafür ist die Konzentrationsfähigkeit. Wenn du früher im Theater eine Komödie angeschaut hast, mußtest du mehrere Stunden aufpassen. Heute kann das fast niemand mehr. Die Frage ist nur: Haben die Medien diese verminderte Konzentrationsfähigkeit geschaffen, oder ist das bei den Leuten einfach passiert? Jeder leidet unter dem Wandel in der Kommunikation und an der Verarmung der Sprache. In den Musikvideos ist das auf die Spitze getrieben worden, weil du dort alle 2 Sekunden einen Wechsel hast. Ich bevorzuge eine ganz andere Geschwindigkeit, ein anderes Verhältnis zu Zeit und lasse es langsamer angehen, sodaß eine „Botschaft“ auch meiner natürlichen Sprachgeschwindigkeit entspricht. Das sind natürliche Rhythmen. Ich gehe gern tiefer und will mich nicht nur oberflächlich mit irgendetwas befassen..“

Bei der Arbeit ist das auch so. Du kannst viel länger hart arbeiten, wenn du zwischendurch mal so richtig zwei Stunden Pause machst. Einfach abhängen, und den Himmel anschauen. Wir arbeiten auch abends, und machen lieber nachmittag eine lange Pause. Wie in den südlichen Ländern. Da geht zwischen 2 und 4 gar nichts.
Brendan: „Ja, der Lebensrhythmus ist dort ganz anders.“

Ich habe im Sommer auf Mallorca „Moby Dick“ gelesen. Das ging dort viel besser, weil das Buch ja viel mit Meer zu tun hat. Die letzten Seiten mußte ich aber Zuhause lesen. Das war nicht das Selbe.
Brendan: „Früher ging ich in den Urlaub, und brauchte hinterher Urlaub vom Urlaub. Dann habe ich begonnen, im Urlaub zu lesen. Ich war mal in Marokko, in den Atlasbergen, und hatte das richtige Buch dabei. Das gibt dir deinen eigenen Soundtrack zu dem Erlebten. Es reist mit dir, und hilft zu entspannen. Da kommst du richtig erfrischt wieder zurück, und bist voller Tatendrang. Urlaub muß man lernen.“

Siehst du dich eher als Weltbürger oder hast du noch so etwas wie Heimat?
Brendan: „Ich bin viel gereist, habe viele Gesellschaften und unterschiedliche soziale Systeme kennengelernt, und habe meinen eigenen universellen Geschmack. Trotzdem bin ich gern daheim. Irland ist für mich der beste Kompromiß. Ich bin am Ende von Europa und kann an den Atlantik gehen. Hier kann ich meine Batterien wieder aufladen. Auf der anderen Seite kann ich mich ins Auto setzen, zum Flughafen fahren und bin in drei Stunden in London. Das ist eine schöne Balance.“

Das Offene findet sich in deiner Musik wieder. Sie ist nicht limitiert, sondern wirkt zu jeder Tageszeit anders. Wie ein Felsen, der zu jeder Zeit eine andere Farbe hat. Die aktuelle Dancefloor Mucke ist schon viel eintöniger.
Brendan: „Die ist sehr limitiert. Es besteht da eine gewisse Verbindung zu der Musik in den 60ern, psychedelische Musik wurde damals unter dem Einfluß von Drogen gemacht. Die Droge hat die Musik gemacht. Heute ist dieser Punkt komplett verfehlt. Du mußt Drogen nehmen, damit du etwas davon hast. Die Musik in den 90ern bewegt mich nicht besonders, also habe ich andere Wege, mich inspirieren zu lassen.“

Kannst Du dir vorstellen, mal etwas anderes zu machen als Musik, eine andere Kunstform?
Brendan: Musik ist für mich auch ein visuelles Erlebnis, ich stelle mir Musik auch räumlich vor, und ich möchte Musik gern in eine bildlliche Form bringen. Eine pittoreske Form, eine symbolische, eine figürliche Art. Aber bevor man etwas malt, mußt du dieses Handwerk erst einmal lernen. Das braucht etwas Zeit.“

Es gibt Leute die können Musik sehen, als Farben. Als Musiker machst du nichts als diese Barriere zwischen den Ausdrucksformen zu verbinden. Wie arbeitest du an deinen Liedern?
Brendan: „Es kommt nur auf die Feinfühligkeit an, wie du auf Musik reagierst. Ich lasse den Gesamtsound auf mich einwirken und kann das ohne Probleme analysieren. Irgendwie weis ich, wo etwas fehlt, oder wie ich eine Idee in Töne umwandeln kann.“

Wie bei blinden Leuten, die ein besonders gutes Gehör haben.
Brendan: „Ja. Wenn man für einen Sinn, der einem verloren gegangen ist, einen anderen Sinn vollkommen sensibilisiert.“

Kannst du dir vorstellen, Kompositionen zu machen, ohne zu hören. Wie Beethoven?
Brendan: „Ich frage mich nur, welche Art von Komposition ich da fabrizieren würde. Das ist wie im Dunkeln einen Irrgarten beschreiten. Bei Beethoven war es anders. Er konnte Musik in Form von Noten auf Papier zu bringen und nutzte seine Orchestererfahrung, die er erlangte, als er noch hören konnte. Ich dagegen bin kein Notenschreiber. Beethoven, na ja, das war keine so tolle Geschichte, wie sie immer erzählt wird. Er saß halt da und spielte mit dem Ohr auf dem Klavier! (Lacht) Das hat er wirklich getan. Er konnte so die Vibrationen hören.“

Heute spürt man Musik eher. Im Technotempel braucht man die Musik nicht hören, man kann sie fühlen. Wie bei den Indianern.
Brendan: „Der Urzeitrhythmus. Bei den Navajo- Indianern kannst du diese tiefe Baßtrommel hören, bis du einen bestimmten Punkt der Trance erreicht hast. Das ist etwas Anderes. Heute geht die Musik mehr in eine andere Richtung.“

Du scheinst auf die Welt, so wie sie ist, nicht besonders gut zu sprechen. Gibt es eine Person, die dich heute noch nachhaltig beeindruckt?
Brendan:“Da fällt mir spontan Stephen Hawking ein.“

Warum?
Brendan: „Mit seinen ganzen Hilfsmitteln erreicht er geradezu Übermenschliches. Da hat ihm der selbe Mann geholfen, der auch für Stevie Wonder gearbeitet hat. Mit seiner Sprechmaschine komuniziert er mit der ganzen Welt, es ist fasznierend.“

Was treibt einem Mann wie Stephen Hawking an? Was hält ihn am Leben?
Brendan: „Er will unbedingt das Geheimnis des Universums lösen. Ich habe mich auch schon mein ganzes Leben mit solchen Dingen beschäftigt. Ich wurde inspiriert durch dieses Auf und Nieder auf diesem Planeten, Es macht mich neugierig, als wenn da ein riesiges Schild durchs Weltall fliegen würde, auf dem steht: Versuche, meine Geheimnis zu ergründen.“

Hawking hat bereits mit 21 sein Examen abgeschlossen. Damals hat er gesagt: „Gott ist nur ein fehlerhafter Blutdruck in deinem Kopf.“ Jetzt sagt er, das er an Gott glaubt. Viele hochgeistige Wissenschaftler glauben an Gott.
Brendan: „Einstein hat gesagt, Gott spiele nicht mit Würfeln, und er sagte, daß hinter allem etwas Logisches steckt. Das haben viele Leute mißverstanden. Je mehr ich lerne, desto weniger weiß ich, aber es ist immer irgend etwas Höheres da, das alles zusammenhält. Da ist ein Sinn hinter der Evolution, das ist eben Gott. Ich habe einen Song in Arbeit, dessen Titel ist beeinflußt durch Einsteins Satz mit den Würfeln, der Refrain lautet: Gott spielt nicht mit Würfeln, er spielt nur gern verstecken!“

Danke für das schöne Gespräch.
Brendan: „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, sehr erfrischend für mich.“

Martin Müller/ Ewald Funk/ ToM Manegold für RCN im Jahre 1999