Titelliste, Samstag, 25.06.2005

„Carmina Burana“ Goetteranz im Top Act Zapfendorf
(Faun & Corvus Corax CD-Vorstellung)
Titelliste alphabetisch!

Goettertanz 2005Stadt der Träume – Artwork
In The Beginning – Beautiful World
I Still Remember – Blackmore’s Night
Reign I Forever – Blood Axis
The Hangman And The Papist – Blood Axis
Ballo in da fiesis Minore – Angelo Branduardi

Dulcissima – Corvus Corax
Nummus – Corvus Corax
Lingua Mendax – Corvus Corax
O Langueo – Corvus Corax
Florent Omnes – Corvus Corax
Ergo Bibamus – Corvus Corax
Hymnus Cantica – Corvus Corax
Fortuna – Corvus Corax
Sol Solo – Corvus Corax
Curritur – Corvus Corax
Rustica Puella – Corvus Corax
Mille Anni Passi Sunt – Corvus Corax

Goettertanz 2005In The Heart Of The Wood – Current 93
Oh Thou Coal Black Smith – Current 93
Der Falkenflug – Darkwood
Black Sun – Dead Can Dance
Nierika – Dead Can Dance
Little Black Angel – Death In June
Little Blue Butterfly – Death In June
Runes And Men – Death In June
Love Me To The End (live acc) – Deine Lakaien
Sometimes – Deine Lakaien
Dead Letter – Diary Of Dreams
Misere de Profundis – Eliah´s Mantle
Sonnenwende – Ernte

Das Tor – Faun
Tagelied – Faun
Königin – Faun
Satyros – Faun
Sirena – Faun
Da Que Deus – Faun
Punagra – Faun

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QNTAL- Über die Vergänglichkeit von Schönheit, Ruhm und Macht

Ein Interview mit Michael Popp aus dem Jahr 2005

Michael Popp (Qntal 2005 @Top Act Zapfendorf)

QNTAL war ein Phänomen, das sich anfang der 90er aus den Klanguniversen der Herren Michael Popp (Estampie) und Ernst Horn (Deine Lakaien) gebildet hatte. Daß die SzeneHits „Et Mortem Festinamus“ und „Palästinalied“ zu zeitlosen Klassikern wurden, ja daß ihnen mit einer immensen Vergrößerung der angesprochenen Musik Szenen, ein ganzes neues Genre folgte, konnte damals niemand ahnen. Doch der Crossover aus Musiken des Mittelalters und anliegender Epochen mit modernen Popmusikelementen, Elektronik und Gitarren, trieb immer buntere Blüten, während Qntal, nach zwei schlicht nummerierten Platten, schwieg. Dann kam der Split. Ernst Horn ging, sein neues Projekt Helium Vola kam und QNTAL ersuchte sich eine Identiät im inzwischen heißumkämpften Markt der Mittelalter-, Renaissance- und Klassik Adaptierer. Schon mit dem, nach sieben Jahren Pause erschienenen, dritten Album war da ein qualitativ hochwertiges Zeichen gesetzt, das nun mit dem vierten Album seine Vollendung erfährt. Qntal scheint, nach einer langen Irrfahrt und vielen Querelen, nun inmitten der Epigonen und Abzweigungen einen Platz gefunden zu haben. Aus dem Trio Syrah (Gesang), Michael Popp (Instrumente, Kompositionen) und Phillip Groth (Electronics, Produktion) ist (wieder) eine Band in Hochform geworden, die Hits schreiben kann und dabei unverwechselbar bleibt.

ToM: Was hat sich produktionstechnisch verändert, daß euer viertes Album um so viel „besser“ klingt, als das dritte… und das nach relativ kurzer Zeit?

Michael Popp: Tja, was ist schon eine „gute“ Produktion. Es kommen da viele Sachen zusammen, die Komposition, die Technik und nicht zuletzt auch der „Spirit“. In diesem Fall hatten wir alle ein durchweg gutes Gefühl. Schon das Komponieren war einfach und ging locker von der Hand. Dann kennen wir uns halt auch besser als noch vor 3 Jahren. Das alles macht etwas aus. Das Equipment und die Produktionsmethode haben sich eigentlich nicht geändert.

ToM: Das Album „Signum“ von Estampie präsentierte das Ensemble um einiges geradliniger und moderner, als noch die Vorgänger Alben deines authentisch musizierenden Projektes. „QNTAL IV“ ist sehr organisch, sodaß die beiden Gruppen sich stilistsich etwas annähern. Ist das Absicht, ein Trend in Richtung Fusion?

Michael Popp: Nein. Natürlich kann man nicht verleugnen, daß hinter beiden Bands teilweise die selben Leute stecken, aber man darf auch nicht überschätzen, wie viel man beim Einspielen einer CD überhaupt vorher planen kann. Wir gehen da eigentlich schon sehr akribisch vor, recherchieren viel, haben ziemlich genaue Konzepte in den Köpfen und trotzdem ist man dann immer wieder überrascht, wie es dann am Ende klingt. So eine Produktion führt irgendwie ein Eigenleben, während man daran arbeitet.

Syrah (Qntal 2005 @ Top Act Zapfendorf)

ToM: Welches Instrumentarium hat im Verlauf der Enstehung von „Ozymandias“, eurem, vierten Album, nun Einzug gehalten… oder sind die exotischen Klänge alle virtuell?

Michael Popp: Da ist schon viel Mittelalterkram dabei, allerdings haben wir die Klänge oft so stark verfremdet, sodaß man nicht mehr sagen kann, was akutsich und was elektronisch erzeugt wurde…. Moment …. Ich muß mal nachdenken: Fidel, Laute, Du, Tambur, Klarinette, Flöte, Dudelsack, Posaune, Drehleier … wir haben schon Einiges live gespielt.

ToM: Hattet ihr für die tollen Satzgesänge noch Gäste im Studio oder ist „Ozymandias“ zu dritt entstanden?

Michael Popp: Die gesänge haben wir alle selbst gesungen….aber ein paar freunde haben instrumente eingespielt. Das geht bei uns ziemlich unkompliziert, da gibt´s keine vorgaben. Jeder kann sich da selber verwirklichen. Ob´s dann aber am Ende auf der CD bleibt entscheiden nur Syrah, Fil und ich.

ToM: Schielt ihr auf den Tanzflur, wenn ihr QNTAL seid oder laßt ihr euich einzig von eurer Vision leiten?

Michael Popp: Wir hatten uns vorgenommen, im Gegensatz zum dritten Album, die Stücke eindeutiger zu machen. Ein tanzbares Stück soll auch wirklich straight durchgehen, ein lyrisches Stück wirklich fragil und zerbrechlich wirken und ein synphonisch angelegtes Werk auch wirklich mächtig und breit klingen. Paradoxerweise entsteht genau dadurch der Eindruck eines klanglich geschlossenen Albums. Da habe ich auch wieder was dazugelernt.

ToM: Wie kamt ihr zum Drakkar Label und wie ist dort die Zusammenarbeit angelaufen?

Michael Popp: Nachdem Vielklang pleite gegangen ist mit all den unschönen Begleiterscheinungen, die so eine Insolvenz mit sich bringt (nicht ausgezahlte Tantiemen, „vergessene“ GEMA-Anmeldungen usw.), haben wir uns halt umgeschaut und sind bald, über den Verlag Radar, auf Drakkar gestoßen. Diesen Schritt haben wir überhaupt nicht bereut, die Zusammenarbeit läuft super, wobei ich auch sagen muß, daß die Zusammenarbeit mit Doro von Vielklang gut geklappt hatte… bis eben die Insolvenz kam.

ToM: Was ist das inhaltliche Anliegen der CD, folgt sie, ähnlich der dritten, einem Konzept, auch jenseits der überspannenden Feuerthematik? Ich habe zwar auch den Pressetexct gelesen, doch halte ich es für wichtig, eure inhaltliche Relevanzen, die ja oft jenseits von Deutsch und Englisch liegen, etwas zu vertiefen

Michael Popp: Das Interessanteste beim künstlerischen Arbeiten ist ja das, was unterbewußt passiert. Oft kommt hinterher ein Kritiker und stößt uns auf inhaltliche Dimensionen, die uns während der Arbeit gar nicht so bewußt waren. Wir hatten eigentlich nur den Ansatz, uns von dem Gedicht „Ozymandias“ leiten zu lassen, das die Vergänglichkeit von Schönheit, Ruhm und Macht beschreibt, ein Inhalt, der viel mit dem Wiederentdecken mittelalterlicher Musik zu tun hat. Während der Arbeit wurde uns dann bewußt, das die ganze CD sehr viel mit den vier Elementen zu tun hat. Dieses Thema fasziniert vor allem Syrah sehr. Und so hat besagtes Unterbewußte uns wohl einen Streich gespielt, denn eigentlich hatten wir diese Thematik für „Ozymandias“ nicht angehen wollen.

ToM: Warum hat es kein Song der Stella Splendens/ Nihil Maxi auf das Album geschafft?

Michael Popp: Von „Stella Splendens“ gibt´s ja schon einen Remix und „Nihil“ wollen wir für die Herbsttour nochmal ganz neu angehen. Insofern war eigentlich kein Platz für diese Stücke…

Qntla live @ Top Act Zapfendorf 2005

ToM: Ist euer neues Album auch in einem der MP3 Stores, wie iTunes zu haben?

Michael Popp: Puh, das weiß ich eigentlich gar nicht.. ich bin soviel mit der Musik beschäftigt, daß ich mich um die Geschäfte nicht kümmern kann. Gottseidank gibt´s ja unseren Manager Andy, der das alles für uns erledigt…

ToM: Ok, dann geht die Frage (krrrrrz…. , neue Leitung, Nummer schnellgetippt, tuuuuut… Konferenzschaltung) an den Manager…

Andy: Nein, keine MP3s, keine Downloadmöglichkeit in einschlägigen Portalen. Das geht allerdings auch vom Label aus, welches eine entsprechende Politik verfolgt. Meiner Meinung nach spielt diese Form des MusikErwerbs bei unserem Klientel eine eher untergeordnete Rolle!

ToM: Was hältst du als Privatperson von dieser neuen Möglichkeit der Musikvermarktung?

Michael Popp: Wenn´s nach mir ginge, gäbe es immer noch die guten, alten Vinyl LPs, da konnte man mehr mit Artwork und Covergestaltung machen, aber glücklicherweise fragt mich niemand. Ich glaube, in Vermarktungsdingen bin ich eine ziemliche Null, leider. Vielleicht hängt das mit meinem musikalischen Werdegang zusammen, als klassisch ausgebildeter Musiker geht man an diese Dinge ein bißchen antiquierter ran, glaube ich.

ToM: Sind bei euch dennoch kreative, medienverbindende Dinge geplant, die über das klassische Musizieren und promoten hinausgehen?

Michael Popp:Du meinst Klingeltöne und so? Ich kann mir ja gar nicht vorstellen, daß es da Leute gibt, die sowas kaufen, aber da kannst du mal sehen, wie sehr ich hinter dem Mond lebe… Ein Film hingegen wäre schon ein Traum, das hat ja eine zusätzliche künstlerische Dimension und das finde ich interessant. Also, Regisseure aufgepaßt! Meldet euch in Massen bei uns!!!!!

ToM: Nach Alteuropa und einem kurzen Trip in Richtung Orient… Wohin wird die Reise von Qntal nun gehen?

Michael Popp: Das lassen wir in Ruhe auf uns zukommen. Da sitze ich mal bei Sonnenuntergang an einem See oder auf einem Berg, schaue in die Luft und plötzlich weiß ich ganz genau, was als Nächstes kommt. Manchmal ist es besser einfach hinzuhören und hinzuschauen, was kommt, und sich nicht alles auszudenken.

Ich danke für das Interview. (Mai 2005)

DEAD CAN DANCE (2004)

DEAD CAN DANCE sind Inbegriff für atmosphärische Musik mit außereuropäischen Einflüssen. Oft kopiert und nie erreicht sind sie die „Urversion“ des Duos, das nicht zuletzt auch mit den männlich/ weiblichen Gegensätzen magische, spirituelle Einheit sucht und sie musikalisch heraufbeschwört, sie schwingen läßt, begreifbar und ewig macht. In der Klangwelt von Dead Can Dance treffen mittelalterliche Chöre auf Didgeridoos und exotische Perkussions auf unterschiedlichste Saiteninstrumente – einzigartig verwoben mit Lisa Gerrards und Brendan Perrys Stimmen, die schlußendlich doch gemeinsam jene magischen Momente erschufen, die man nicht beschreiben kann.

Lisa Gerrard & Brendan Perry begannen bereits 1980 als Dead Can Dance Musik zu machen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten außerdem die Musiker Paul Erikson und Simon Monroe. Sie erlangten mit Platten wie „The Serpents Egg“ & „Aion“ absoluten Kultstatus- gerade wegen Lisa Gerrards unverwechselbarer Stimme und ihren „wortlosen“ Texten…

Jedes Album war geprägt von einer musikalischen oder historischen Epoche. So waren die ersten Platten noch sehr mittelalterlich. Später gewannen bevorzugt außereuropäische Einflüsse immer mehr die Oberhand, natürlich ohne andere Stile und Prägungen zu verleugnen, so zum Beispiel den irischen Einfluß in den Kompositionen Brendan Perrys. Mit dem (vorerst) letzten Album „Spiritchaser“ befand man sich musikalisch zuweilen in Afrika, an den Ufern des Nils…

Ende 1998, nachdem Lisa Gerrards zweite Solo-CD „Duality“ erschienen war, bestätigte die Plattenfirma 4AD die Auflösungsgerüchte: Dead Can Dance sagten überraschend eine anstehende Tour ab und erklärten ihre Zusammenarbeit für beendet. Bis 1998 erschienen 9 reguläre CDs.
Für einen, logischerweise nicht vollständigen Überblick sei das exzellente Livealbum „Toward The Within“ empfohlen (4AD, Rough Trade 1994 auch als VHS und DVD). Hier hat man einmalig die Gelegenheit, die Philosophie des Musizierens, welche sich auch im Namen verbirgt, zu erahnen, denn trotz eines manchmal schon beängstigenden Perfektionismus´ ist das Werk und der Akt des Musizierens im höchsten Maße spirituell. Ein Live-Konzert von Dead Can Dance gleicht einer Messe, wenn Lisa Gerrard ganz in weiß gekleidet, engelsgleich auf der Bühne erscheint und mit ihrer unglaublichen Stimme das Publikum vom ersten Ton an hypnotisiert.

Nach der Trennung erschien Brendan Perrys Soloalbum „Eye Of The Hunter“ Lisa Gerrard arbeitete am Gladiator Soundtrack mit und wurde mit geradezu euphorischen Kritiken und einer Oskar Nominierung bedacht. Diesen Erfolg konnte sie mit „Whale Rider“ als alleinige Komponistin, ohne Hans Zimmer, nicht wiederholen.

Schon während des Bestehens von Dead Can Dance waren Lisa Gerrard und Brendan Perry das Maß aller Dinge und Nichtdinge. So fanden sich zahlreiche Bewunderer, Epigonen und auch MusikerInnen, deren unabhängige Kunst durch die Popularität von Dead Can Dance beflügelt wurde. Immer wieder wurden Vergleiche bemüht, mal segensreich, mal wie ein Fluch lastend auf doch so eigenständig agierende Bands wie Love Is Colder Than Death oder MILA MAR. Zu nennen wären weiterhin Louisa John- Krol und Loreena Mc Kennith, deren Folklore durch die exzellenten Stimmen ebenfalls intensive spirituelle Prägung erfährt oder auch Bands wie D´acardia, Faun und Unto Ashes, die mit ihren Gesängen ebenfalls magische Momente heraufbeschwören.

Dann flatterte eine Meldung auf den Tisch, erst als vages Gerücht und dann an kaum zu glaubende Gewißheit: Dead Can Dance werden im Frühjahr 2005 drei Konzerte in Deutschland geben: Sa , 26.03.2005, Philharmonie, Köln – So , 27.03.2005 Philharmonie, München – Di , 29.03.2005, Philharmonie Berlin. 6 Wochen nach Vorverkauf Start waren München und Berlin faktisch ausverkauft. Wenig später war auch schon von einer Reunion Tour die Rede und auf der Dead Can Dance Webseite als ausschließliche Infomation folgene Dates angekündigt:

10.03.05 Olympia Theatre – Dublin – Ireland
12.03.05 Prins Willem Alexander Zaal (NCC) – Den Haag – Netherlands 14.03.05 Palais de Congres – Paris – France 16.03.05 Salle Vauban – Lille – France 17.03.05 Bozar (Centre for fine arts) – Bruxelles – Belgium 19.03.05 Theatre Femina – Bordeaux – France 21.03.05 Teatro Lope de Vega – Madrid – Spain 22.03.05 Barcelona Auditori – Barcelona – Spain 24.03.05 Teatro dal Verme – Milan – Italy 26.03.05 Philharmonie – Cologne – Germany 27.03.0 – Philharmonie – Berlin – Germany 29.03.05 Sala Kongresowa – Warsaw – Poland 31.03.05 Dome Cathedral – Riga – Latvia 01.04.05 Oktyabrsky Concert Hall – Saint Petersburg – Russia 03.04.05 Barbican Centre – London – England

Ansonsten sind die Informationen rar gesät (waren sie eigentlich schon immer). Auffallend ist, daß ausschließlich renomierte klassische Häuser bespielt werden. Im September soll diese Tour in Amerika fortgesetzt und mit einem voll orchestrierten Abschlußkonzert in Los Angeles beendet werden. Das läßt natürlich Raum für Spekulationen auf eine neue Veröffentlichung.

Klar, man wolle es nochmal wissen, zudem neue Instrumente ausprobieren, wurde Lisa Gerrard zitiert. „Das Lineup der Musiker“, so sagte sie weiter, „ist absolut phänomenal; eigentlich sogar noch besser! Es wird ohne Zweifel DAS Dead Can Dance Ereignis schlechthin. Es ist schwer meine Aufregung und Erwartungen in Worte zu fassen.“

Das geht wohl nicht nur ihr so. Als stetig glühender Dead Can Dance Verehrer wurde mir schwindelig vor Freude. „Erschwerdend“ kommt hinzu, daß jene Sympathie zur Magie und Reinheit die fast einzige haltlose Begeisterung ist, die mein Wirken als Musikjournalist schadlos überdauert hat. Keine Desillusion konnte jener Begeisterung für die Stimme Lisa Gerrards etwas anhaben, vielmehr war diese prägend und das hochgesteckte Maß, wenn ich durch Zeiten und Musiken wandelte. Nicht zuletzt ist ihr auch die Inspiration zu verdanken, die schließlich zum Goettertanz geführt hat.

Deshalb ist es auch eine große Ehre, am 25.12.2004 eine Dead Can Dance Party ausrichten zu dürfen. Unser Goettertanz Special im Top Act Zapfendorf wird mit der Verlosung zweier Ehrenkarten für das bereits ausverkaufte Konzert in München zu einer letzten Möglichkeit, bei jenem Konzertereignis 2005 dabei zu sein.

Text: Thomas Manegold 2004
Bilder: http://www.lisagerrard.com
http://www.deadcandance.com

Die Walpurgisnacht

Der Monat Mai erhielt seinen Namen nach der Urfrau Maia (später Maria), die uns vom dunklen, besinnlichen Winter in die neuerwachende Phase des Frühlings geleitet und uns frische Lebensenergie bringt.Wie fast alle unsere Ahninnen, symbolisiert auch die Maia die Weisheit der sinnlichen Liebe, den Zyklus des Lebens, der sich im Mai in der ganzen Natur als Fröhlichkeit zeigt.

Helleres Licht, die ersten warmen Tage und lauen Nächte, leuchtendes Maiengrün, das Blühen der Obstbäume bringen Pflanzen, Tiere und Menschen in Aufbruchstimmung. Der Überschwang will gefeiert werden. Bis ins 16. Jahrhundert hinein war der Mai im ganzen ländlichen Europa ein „Honey-Moon“ der sexuellen Freiheiten. Vorhandene Ehebande waren zeitweise außer Kraft gesetzt. Am Abend vor dem ersten Mai fanden die großen Frühlingsfestlichkeiten der Hexen statt. Ihnen entspricht Samhuin oder Halloween am entgegengesetzten Pol des Jahres (31. Oktober).

In Deutschland ist dieser Abend als Walpurgisnacht bekannt. Der legendäre Versammlungsort der Hexen während dieser Nacht ist der Kniebis im Schwarzwald und der Brocken, der höchste Berg im Harz. Goethe hat dieses wilde Fest im Faust detailliert beschrieben. In Irland und Schottland hieß dieses Fest Beltane oder Baltein. Symbolisch wurde in dieser Nacht der Baal (auch Baldur genannt) verbrannt, als Übergangssymbol vom Alten zum Neuen. In manchen Gegenden verkörperte ihn ein vom Los ausgewählter Mann, der durch die Maifeuer sprang, die in Skandinavien noch heute „Baldurs Scheiterhaufen“ genannt werden.
Am ersten Mai wird vielerorts der Maibaum aufgestellt, Symbol für die Verbindung zwischen der Erde und dem Firmament. Das Aufstellen von Maibäumen zu Beginn des Maifestes ist in verschiedenen Ländern Europas bis heute Tradition. Weiterlesen „Die Walpurgisnacht“

Titelliste, Samstag, 27.03.2004

 „Magna Mater“ Goetteranz im Top Act Zapfendorf

Goettertanz 2004HELIUM VOLA, das Projekt um Ernst Horn (Deine Lakaien, exQntal) hatte mit „Liod“ ein phänomenales zweites Album vollendet, sodaß ich, leider ohne es ankündigen zu können, einige Lieder daraus vorstellen konnte. So wurde der Goettertanz zu einer exklusiven PreListening veranstaltung, da „Liod“ erst Ende April 2004 in die Läden kommen soll. Neben der vorab ausgekoppelten Single „Veni Veni“ wurden erstmals auch weitere Stücke des Albums gespielt… und mit Erfolg. Besonders beeindruckt hat mich die Reaktion auf das doch eher ruhige Lied „Frauenklage“. Außerdem spielte ich erstmals Stücke vom neuen Predella Avant Album, von Wappenbund & auf vielfachen Wunsch Cultus Ferox, deren „Mutter Erde“ & „Sarah“ erstmals für eine volle Tanzfläche im Top Act sorgten. Dem erlauchten Publikum sei gedankt.

Playlist

Soundscape: Klaus Kinski „Gesucht wird Jesus Christus“ (Miserere, Predella Avant)

Helga Pogatschar „Kyrie“
Elend „New Born Sailor“
Sopor Aeternus „Question Beyond Terms“
Dead Can Dance „The Wind That Shakes The Barley“
The Moon Lay Hidden Beneath A Cloud „.“
Nicholas Lens „Angus Purus“
Carl Orff „Fortune Plango“/ „Oh Fortuna“
Mental Measuretech „Turtle Recall“
Sol Invictus „Black Easter“
Wumpscut „Line Of Corpses“
Lisa Gerrard „Glorafin“
Garmarna „Bläck“
Death In June „Rose Clouds Of Holocaust“
Death In June „Little Blue Butterfly“
Kutna Hora „Crazy Man Michael“
Blood Axis „Electricity“
Garmarna „Klevabergselden“
Predella Avant „Carbon Figures 9“
Sleeping Dogs Wake „Toys For Alice“

Weiterlesen „Titelliste, Samstag, 27.03.2004“

Titelliste Sa. 28.06.2003

Göttertanz vom 28.06.2003 im Top Act Zapfendorf

Goettertanz 2003Schneewitchen „Der Tod hat sich verliebt“
Temps Perdu „Firewalk“
Gerstein „Crush“
Einstürzende Neubauten „Sonnenbarke“
Thomas D. „Planet des ewigen Regens“
Artwork „Bring The Rain“
Goethes Erben „Ein Gewinn für die Vergangenheit“
Artwork „Mitsommernachtstraumspaziergang“ (live)
Hybrids „Enigma of Dolphines“ (reversed)

Lisa Gerrard „Sacrifice“
Jerry Goldsmith „Ave Satani“
Arcana „Chant Of The Awakening“
Sol Invictus „In Europa“
Cerstin Gwen „Eva“ (demo version)
Faith And The Muse „Muted Land“
Death In June „Little Black Angel“
Engelsstaub „Victims Of Love“
Fire And Ice „Seekers Prayer“
Hagalaz Runedance „Hel The Goddess Of The Underworld“
Inkubus Sukkubus „Aradia“
Loreena Mc Kennith „The Mystics Dream“
Dead Can Dance „Yulunga“ Spirit Dance Live
Garmarna „Klevasbergselden“
Das Ich „Garten Eden“
Corvus Corax „Fili Neidari“
Das Zeichen „In The Garden“
Mila Mar „Djanga“
Engelsstaub „A Dream Within A Dream“

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Nicholas Lens „Flamma Flamma“ (CD)

Der Neoklassiker
Flamma Flamma
Flamma Flamma

Das Debüt des Komponisten Nicholas Lens, jenes bombastische Fire Requiem „Flamma Flamma“, begleitete mich seit seiner Veröffentlichung 1994 durch die obscuren Tanznächte. „Flamma Flamma“ ist ein Standardwerk der neo-klassischen Musik und dürfte eine der CDs sein, die ihren Weg durch düstere Tanzgefilde in der Etage begann. Egal ob der Titelsong „Flamma Flamma“, „Sumus vicinae“ oder „Corpus Inimici“ – alle Titel des düster- orchestralen Werkes sind zeitenlose Klassiker mit sehr eigener Instrumentierung, brillanten Solostimmen und satten Chorälen- und die mit Abstand ungewöhnlichsten Tanzflächenfüller in meiner DJ Laufbahn.

„Flamma Flamma“ ist Goettertanz pur, in Glanz und Vollendung nicht zu übertreffen, weder von Carl Orffs „Carmina Burana“ noch von ihrem Schöpfer selbst. Nicholas Lens hatte mit „Flamma Flamma“ seine „Accacha Chronicles“ begonnen, eine Trilogie als eine Suche nach Harmonie, nach Einklang zwischen den sich widerstrebenden Elementen. Einzigartig ist bei „Flamma Flamma“ und seinen Folgewerken die Verschmelzung außereuropäischer Kulturen mit den hohen Tugenden der klassischen Musik, jenes unorthodoxe, was sich auch im inhaltlichen kompromißlos niederschlägt.

„Flamma Flamma“ beschäftigt sich, wie kein zweites Requiem, nicht nur mit Trauer und Schmerz, sondern mit der Vorstellung, daß der Tod ein natürlicher Bestandteil des Lebens ist. So wird dem Jenseitigem gehuldigt, ohne es zu verklären, werden die positiven Aspekte des Feuers, wie eben Licht und Wärme gepriesen und sämtliche menschliche Gefühlslagen im Angesicht des Todes thematisiert… über alle philiosophischen und auch musikalischen Grenzen hinweg.

Thomas Manegold 2002

Erscheinungsdatum: 1999, Label: Sony BMG, CD im Digipack
1. Hic iacet l – 2. Hic iacet ll – 3. Sumus vicinae – 4. Tegite specula – 5. Complorate filiae – 6. Vale frater – 7. Amice mi – 8. Corpus inimici – 9. Delicae meae – 10. Flamma flamma – 11. Ave ignis – 12. In corpore – 13. Agnus purus – 14. Ardeat ignis

Wikipedia über Nicholas Lens

Flamma Flamma bei Amazon

Titelliste, Sa. 22.06.2002

Goettertanz im Top Act Zapfendorf

Lisa Gerrard „The Unfolding“
Eliah´s Mantle „Misere de Profundis“
Nicholas Lens „Vale Frater“
Arcana „Cantar de procella“
Vangelis „Hispanola“

O.S.T. „Sherlock Holmes jr.“ /Maintitle
Corvus Corax „Avanti“
Orbis Mundi „Talking Violine“
Myrna Loy „Lebetor“
Annabelle´s Garden „Vorwärts“
Sol Invictus „Amongst The Ruins“
Death In June „Rose Clouds Of Holocaust“
Current 93 „Fields Of Rape“

Inkubus Sukkubus „Wytches Chant“
Faith And The Muse „Muted Land“
Dead Can Dance „The Wind That Shakes The Barley“
Bel Canto „Spiderdust“
Kate Bush „Jig Of Life“
Faith And The Muse „Running Up That Hill“
Inkubus Sukkubus „Supernature“
Kirlian Camera „Drifting“
Helium Vola „Selig“
Sleeping Dogs Wake „Toys For Alice“
Mental Measuretech „Talita Kumi“
The Moon Lay Hidden Beneath A Cloud
Blood Axis „Reign I Forever“
Death In June „Runes And Men“
Novalis „Of The Golden Future Time“
Current 93 „In The Heart Of The Wood“
Ernte „Sonnenwende“

Garmarna „Herr Manelig“
Corvus Corax „Fili Neidari“
Dead Can Dance „Yulunga“ (Live)
Bono & Gavin Friday „In The Name Of The Father“
Sol Invictus „The World Shrugged“
Ordo R. Equilibrio „Ashen Like Love…“

Blood Axis „Electricity“
Garmarna „Klevasbergselden“
Sephiroth „Wolftribes“
Helium Vola „Les habitants du soleil“
Helium Vola „Omnis Mundi Creatura“

Dead Can Dance „Dawn Of The Inconoclast“
Nicholas Lens „In Corpore“
Argine „Urla“
In My Rosary „Poor Little Lovesong“
Sol Invictus „Kneels To The Cross“
Death In June „Little Blue Butterfly“
Hagalaz Runedance „Hel Goddess Of The Underworld“
The Moon Lay Hidden Beneath A Cloud „ATT 4“
Skinny Puppy „Ode To Groovy“
Artwork „Mitsommernachtstraumspaziergang“ (live)

Faith And The Muse „Fater Ave Atque Vale“
Faith And The Muse „Branwyn Slayne“
Mila Mar „Mila“
Stella Maris „Zauberquelle“
Sanctum „Dragonfly“
Sol Invictus „Raven Chorus“
Of The Wand And The Moon „Ravenchant“
Nature And Organisation „Blood Stream Runs“
Nocturnal Emissions „Don´t Believe, It´s Over“
Phillip Glass „Koyaanisquatsi“ Endzeit Mix
Test Dept. „Arddyledog Ganu“
Corvus Corax „Mit Danse Ist All Der Werld Genesen“
Metronic „Everything But …“
Death In June „But What Ends …“
Novalis „Golden Wings“
Björk „Pagan Poetry“

Despoto Popolus „Helios“ 🙂

DJ ToM Manegold 2002

GARMARNA- Discographie

Was Corvus Corax für Deutschland, ist wohl GARMARNA für Schweden. Die schwedische Formation drückt, in einer ständigen Entwicklung sich befindend, der alten Musik ihrer Heimat ihren eigenen Stempel auf und adaptiert sie so einmalig. Nun ist eine simple Popvariante eines mittelalterlichen Stückes gleichsam verpöhnt, wie eine rein authentische Darbietung den ehrlich urteilenden Neuzeitler auf Dauer einfach langweilt. Somit macht es auch hier einmal mehr die Mischung und eine erfolgreiche „Überlieferung“ setzt gleichsam handwerkliches Können, Erfurcht, Sachkenntnis und Experimentierfreude voraus. All das ist bei Garmarna zu finden. So entwickeln die, selbst für germanische Ohren, eher scharfkantigen schwedischen Texte einen ureigenen Charme, der einen dauerhaft infiziert, sodaß gerade die ersten Veröffentlichungen der Schweden eine gewisse Zeitlosigkeit auszeichnet. Nebenstehend findest Du nun die offiziell in Deutschland erschienen CDs von GARMARNA. Darüber hinaus sind einige weitere Silberlinge als US Import zu haben.

VITTRAD

Vittrad 1994

Das 1994er Album ist das traditionellste des Quintetts. Ursprünglich, durch die noch sehr jung wirkende Stimme von Emma Härdelin an Frühling und Kindheit erinnernd, verzaubern die Klänge überwiegend akkustischer Instrumente (Violine, Flöten, Maultrommeln, Gitarre, Harfe). Manchmal hat hier die Musik auch noch den spontanen Charakter einer Jam oder einer Runde am Lagerfeuer. Überhaupt ist „Vittrad“ eine Ode an die Wälder und die (nordische) Natur und kommt ohne jeglichen völkischen oder sonstig verklärenden Pathos aus.

Der Titelsong „Vittrad“, das schwungvolle „Antiokia“ und das brachiale, rituelle, von fetten, hypnotischen Gitarrenriffs getragene Instrumental „Klevabergselden“ haben den Weg auf die Playlisten des Goettertanzes gefunden.

1.Straffad Moder & Dotter 2.Garmgny 3.Nämndemans-Ola 4.Kulleritova 5.Vittrad 6.Skallen 7.Flusspolska 8.Antiokia 9.Liten Kersti 10.Inte sörja vi… 11.Domschottis 12.Den Bortsalda 13.Styvmodern 14.Klevabergselden

GUDS SPELEMÄN

Guds Spelemän 1996Die mit dem wunderschönen „Original“ von „Herr Manelig“ eröffnende CD ist für mich das musikalisch stimmigste Album von GARMARNA und zugleich das gitarrenlastigste. Anno 1996 schien die Symbiose von Alt und Neu bei GARMARNA eine gewisse Vollkommenheit erreicht zu haben, denn nichts überwiegt, weder die modernen Einflüsse, noch die des Mittelalters und der nordischen Folklore. Naturverehrung, Mittelaltermystik, düstere Sagenwelten, tragische Lieben … vor allem die dramatischen Seiten des Lebens verschaffen sich hier Gehör, wegen der Gitarren etwas lauter und düsterer, als noch auf „Vittrad“, allerdings immer noch ohne ohne zu „schreien“.

Neben „Herr Mannelig“ waren auch schon „Guds Spelemän“, „Halling fran Makedonien“ und „Njaalkeme“ beim Goettertanz zu hören.

1.Herr Mannelig 2.Vänner och Fränder 3.Halling fran Makedonien 4.Min Man 5.Varulven 6.Hilla Lilla 7.Drew Drusnaar/ Idag som igar 8.Njaalkeme 9.Herr Holger 10.Guds Spelemän

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